Sicherer Schulweg_Ampel_Titel
 
Bianca Riedl
 
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20 Tipps, um den Schulweg sicherer zu machen

Am Montag haben in über 800 Schulen in der Steiermark wieder die Glocken geläutet. Unter den rund 140.000 SchülerInnen befanden sich auch dieses Mal wieder zahlreiche Taferlklassler. Sie wurden allerdings nicht nur zu SchülerInnen, sondern auf ihrem Schulweg auch zu Verkehrsteilnehmern. Und zwar solche, auf die es besonders zu achten gilt.

Im Vorjahr (2016) verunglückten in Österreich 2.583 Kinder bei Verkehrsunfällen, davon 538 am Schulweg. 15% der Kinderunfälle (6 bis 15 Jahre) im Straßenverkehr passieren auf dem Weg vom und zum Unterricht. Am gefährlichsten ist dabei der Heimweg: In den Nachmittagsstunden ist der Bewegungsdrang der Kinder nach dem langen Sitzen in der Schule groß, die Achtsamkeit im Verkehr jedoch sehr gering.

Sicherer Schulweg_Strassenverkehr

Den Schulweg mit Kinderaugen sehen

Kinder erleben den Straßenverkehr aus einem anderen – niedrigeren – Blickwinkel. Ihr Blickfeld ist um rund 30 Prozent geringer, als der eines Erwachsenen. Entfernungen und Geschwindigkeiten werden ungenauer eingeschätzt. Sie agieren spontan und impulsiv, weil sie oftmals in ihre eigene Phantasie abtauchen, oder voll und ganz ins Spiel vertieft sind. Kommt es zu einer gefährlichen Situation ist für sie kaum eine richtige Reaktion möglich.

Sicherer Schulweg_Ampel

Wir haben Tipps und Empfehlungen des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), vom ÖAMTC und vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) gesammelt, die das Bestreiten des Schulwegs sicherer machen sollen:

1.    Sichere Schulwege sollten einstudiert werden, wobei der Kürzeste nicht zwingend der Sicherste sein muss. Es sollte ein Weg gewählt werden, der über Druckknopfampeln und/oder einen Schülerlotsen verfügt! Optimal sind Gehwege, die baulich von der Fahrbahn getrennt sind.
2.    Gerade Erstklässlern sollten unbedingt die Ampelanlage erklärt bekommen und darauf aufmerksam gemacht werden,  dass es trotzdem wichtig ist, vor dem Überqueren nach links und rechts zu schauen.
3.    Grundsätzlich ist auf die Sichtbarkeit der Kinder zu achten. Es empfehlen sich Reflektoren bzw. reflektierende Materialien an der Kleidung und der Schultasche.
4.    Die Kids sollten genügend Zeit zur Verfügung haben, um rechtzeitig in die Schule zu kommen. Muss sich das Kind hetzen, wird es unaufmerksam.
5.    Jede zusätzliche Ablenkung – Smartphones, Musikhören, Spielzeug – sollte möglichst vermeiden werden.
6.    Weggemeinschaften bei denen ältere Schüler auf die jüngeren acht geben, fördern die Verkehrssicherheit enorm.
7.    In den Schulen selbst wäre darauf zu achten, dass eine ausführliche Verkehrserziehung angeboten wird um Kindern die Gefahren die auf der Straße lauern so gut wie möglich einzuprägen.
8.    Optimal ist es, wenn innerhalb der Schulklasse eine funktionierende Gemeinschaft gebildet wird. Mit Eltern und der Schulleitung, mit denen die Besonderheiten des Schulweges und die Gefahrenstellen durchbesprochen werden.
9.    Wird das Kind mit dem Auto zur Schule gebracht immer auf der Gehsteigseite aussteigen lassen. Beim Abholen nicht über die Straße rufen, sondern direkt vor der Schule warten.
10.    Die Schultasche des Kindes nicht zu schwer packen.

Sicherer Schulweg_Ablenkung

Viele Kinder bestreiten den Schulweg mithilfe öffentlicher Verkehrsmittel, auch hier ist besondere Vorsicht geboten:

1.    Zeitmanagement beachten: Eltern sollten vorab den Fahrplan eruieren und die Zeit bis zur Haltestelle abschätzen. So bewahrt man Kinder am Weg zur Haltestelle vor Stresssituationen wie z.B. den Bus zu versäumen.
2.    Ruhig warten – auch wenn es schwer fällt: Bewegungsspiele an der Haltestelle sind tabu – man gerät dabei leicht auf die Fahrbahn. Herumlaufen, schubsen und raufen im Haltestellenbereich sind tabu.
3.    Wenn sich der Bus, die Straßenbahn nähert: warten, bis er in der/die in der Haltestelle steht. Wenn das Fahrzeug in den Haltestellenbereich einfährt, sollten die Wartenden genügend Abstand zum Randstein bzw. zur Sicherheitslinie halten. Erst wenn das Fahrzeug steht, darauf zugehen, andere Personen zuerst aussteigen lassen und dann nacheinander einsteigen.
4.    Einfahrende Busse und Straßenbahnen keinesfalls nachlaufen.
5.    Sich auf Drängeleien in öffentlichen Verkehrsmitteln heraushalten.
6.    Wann immer es möglich ist, einen Sitzplatz benutzen. Festhalten auf Stehplätzen üben.
7.    Risikobehaftet ist vor allem der Weg zur Haltestelle. Lieber Bus oder Straßenbahn einmal verpassen, als blindlings über die Straße laufen. Eltern sollen mit Kindern vorab besprechen, was zu tun ist, wenn das Verkehrsmittel versäumt wird.
8.    Beim Ein- und Aussteigen darauf achten, dass keine Schnüre oder Riemen von der Schultasche oder Teile der Bekleidung in der Tür hängen bleiben.
9.    Beim Aussteigen nicht drängen oder stoßen. Für bessere Sicht beim queren einer Straße eventuell warten, bis Autobus oder Straßenbahn abgefahren sind.
10.    Auch Fahrzeuglenker sind im Haltestellenbereich zu besonderer Vorsicht aufgerufen. Denn nicht nur auf aussteigende Personen muss Acht gegeben werden. Auch Kinder, die zu den Verkehrsmitteln eilen, können abrupt die Straße queren. Allgemein gilt immer der “unsichtbare Schutzweg”: “Ist die Querungs-Absicht eines Kindes zu erkennen, sollte man das Queren gefahrlos ermöglichen. Dazu das Tempo reduzieren, Handzeichen geben und Augenkontakt suchen.
Fotos:
Emanuel Droneberger

 

 


5 Kommentare

19/09/2014

Wäre ganz toll, wenn sich auch Busfahrer daran beteiligen, dass die Kinder einen sichern Schulweg haben.
Meine Tochter wurde am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche von der gleichen betrunkenen Person bei der Heimfahrt beschimpft. Als meine Nachbarin, die auch im Bus war den Busfahrer um Hilfe bat, hat der nur mit den Schultern gezuckt und gesagt:” Ja was soll ich denn tun?” Guter Tipp: Die Person rauswerfen!!!!!!

Antworten
    19/09/2014

    Hallo Daniela, leider sind dem Busfahrer bis zu einem gewissen Grad selbst die Hände gebunden. Das Einzige was hier gemacht werden kann, ist den Busfahrer zu bitten, die Polzei zu verständigen. Beste Grüße

    Antworten
27/04/2016

Ich frage mich wo der Schutz jener Schüler bleibt die tagtäglich die untere Rudolfstrasse/Ehlergasse Richtung der Schulen im Bereich Reiterkaserne zu Fuß gehen. Zwischen 7 und 8 Uhr morgens ist die Buslinie 61 voll mit Schülern, die an der Haltestelle Polzergasse aussteigen und entlang der gehsteiglosen und auch anderweitig ungesicherten Rudolfstrasse in grösseren Gruppen hinunter gehen. Gleichzeitig benutzen viele Leute die Rudolfstrasse als Pendelstrecke um den Problembereich Waltendorfer Hauptstrasse bzw. Merangasse zu umfahren. Somit herrscht dort dichter Frühverkehr. Für die nächsten zwei Monate verschärft sich durch die Totalsperre der Pauluzzigasse die Situation nochmals, so dass wir nun täglich massive Rückstaus entstehen.
Wieso wird entlang diesen Streckenabschnitts nicht zumindest eine Sperrlinie oder die andernorts verwendeten orangen Poller als Abgrenzung für die Fußgänger eingesetzt, Platz wäre genug.

Antworten
    02/05/2016

    Danke Wolfgang, danke für dein Feedback, wir werden das entsprechend an die KollegInnen weitergeben! lg

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    04/05/2016

    Hallo Wolfgang, die Linie 61 wird von der Firma Watzke geführt. Für die angesprochenen baulichen Veränderungen, zur Gewährleistung der Sicherheit sind die Holding Graz Linien nicht zuständig. Hier müsste mit der Firma Watzke und dem Straßenverkehrsamt Kontakt aufgenommen werden. Beste Grüße

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