Dionys Maier im Untergrund des Sport- und Wellnessbades Auster
 
René Knabl
 
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Abgetaucht – Der Austersche Untergrund

Heute sind wir für euch im Untergrund des Sport- und Wellnessbades Auster unterwegs. Abgeschottet von der Außenwelt führt uns Dionys Maier durch die verwirrenden unterirdischen Gänge und erhellt unser Wissen über Lüftungssysteme, Nieder- und Hochtemperaturheizung sowie über die Verwendung von Chlorgas.

In einem der unzähligen Räume, befindet sich das Hirn der Auster. Dort werden alle Fäden gezogen, die für den geregelten Badebetrieb nötig sind.

Als wir zum Herzstück der Auster, die Nieder- und Hochtemperaturheizung, vordringen und fragen, für was dieses riesen Ding eigentlich notwendig ist, strahlt Herr Maier vergleichbar mit einem Kind, dass gerade einen riesen Lollipop bekommen hat. Mit Elan präzisiert er den Ablauf dieser zwei Heizungssysteme. Kurz zusammengefasst: Sie werden separat voneinander gesteuert. Die Niedertemperaturheizung versorgt das Sport- und Freibad sowie den Fußboden mit Wärme. Die Hochtemperaturheizung wird für die Lüftung, für das Lehrschwimmbecken und für den Wellnessbereich genutzt.

Dionys Maier von der Auster erklärt die Nieder- und Hochtemperaturheizung

Der Weg durch die Betongänge birgt (für große Menschen) unscheinbare Gefahren. Ich bin zirka 1.90 groß und hab mir meinen Kopf an einem Rohr gestoßen, das knapp 180 Zentimeter über den Boden hängt. Trotzdem beginn ich zu lachen und auch Herr Maier kann ein Schmunzeln nicht verbergen.

Die Gehgeschwindigkeit von unseren „Austerschen Untergrund“-Begleiter wird nach dem unbeabsichtigten Zusammen etwas schneller. Wahrscheinlich kann er es gar nicht erwarten, uns über die meterhohen Filteranlagen, welche die Schwimmbecken ununterbrochen reinigen, detaillierte Auskunft zu geben. „Diese Filter werden auch Niederdruckfilter genannt und gehören zu den besten auf dem Markt.“ Kaum sind diese Worte ausgesprochen, setzt er ein stolzes Lächeln auf.

Dionys Maier von der Auster erklärt den Niederdruckfilter

Wer denkt, dass das Wasser nach dem Filtern in den Abwasserkanal wandert, hat sich getäuscht. Es wird nicht sofort in den Kanal abgelassen, sondern von der Wärme befreit und zur Filterspülung verwendet.

Nach einiger Zeit und sehr vielen zurückgelegten Metern unter der Erde teilt er uns etwas Unfassbares mit. Theoretisch können die Badegäste der Auster während dem Schwimmen einen kurzen Zwischenstopp einlegen und einen Schluck Wasser trinken, denn das Badewasser weist Trinkwasserqualität auf. „Die Filter werden täglich gespült und die Schwallwasser, Rückspül- und Schlammwasserbecken sowie die Schwimmbecken werden im Zuge der jährlichen Revision entleert und gereinigt.“ Doch die Vorstellung, dass die Gäste das Badewasser trinken, ist doch etwas unappetitlich.

Als wir den unterirdischen Bau mittels Lift verlassen, führt uns Dionys Maier respektvoll zu einem sehr wichtigen, gleichzeitig aber auch sehr gefährlichen Bereich der Auster: dem Chlorgasaufbewahrungsraum. Beim Öffnen der Sicherheitstüre schwindet das vorhin so liebenswerte Lächeln und sein Gesicht setzt eine ernste Miene auf. Verständlich, denn mit Chlorgas ist nicht zu spaßen. Wenn man es einatmet, bildet sich in der Lunge Salzsäure und das führt zum Tod. Entschärft wird die ganze Sache, wenn sich geringe Mengen von Chlorgas mit Wasser verbinden, dann tötet es lediglich die Bakterien im Badewasser ab.

Im gefährlichen Bereich der Auster öffnet Dionys Maier den Chlorgasaufbewahrungsraum

„Die Dosierung dieses Gases erfolgt vollautomatisch. In Spitzenzeiten werden bis zu 1.000 Kilogramm pro Monat verbraucht. Der Chlorgasverbrauch der Freizeit Graz Bäder kann bis zu 40 Tonnen pro Jahr betragen.“ Anschließend müssen wir lachen, da ich mir beim Verlassen des Sicherheitsraums den Kopf erneut anstieß.

Nach dieser Reise in den unterirdischen Gängen der Auster sind wir einerseits froh, wieder an der sonnigen Oberfläche zu sein, andererseits aber enttäuscht, dass die lustige und interessante Führung durch dieses aufregende Labyrinth schon zu Ende ist.

Fotos: Laura Prasch / Holding Graz

 


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