Kevin Griebaum
 
Teilen:
facebook twitter Google+
 

S wie Schöckl, S wie Samurai

“Ichi! Ni! San! Shi! Go! Roku! Shichi! Hachi! Kyuu! Juu!”, tönt es vom Discgolf-Übungskorb direkt neben dem Alpengasthof. Dort fliegen die Türen auf und nicht nur die Gäste kommen schauen, sondern auch die Köchin muss wissen, woher diese komischen Geräusche kommen. Hier wird auf japanisch bis zehn gezählt, während Männer, Frauen und Kinder in weißen Anzügen und schwarz-blauen Röcken mit Stöcken herumwirbeln. Willkommen bei der ersten Aikido-Einheit am Schöckl!

Aikido – das ist eine moderne japanische Kampfkunst, die ihren Ursprung bei den Samurai hat und zu Zeiten des zweiten Weltkriegs entwickelt wurde. “Aikido” bedeutet “Weg des harmonischen Geistes” und wird oft als “die friedliche Kampfkunst” bezeichnet. Aber eins nach dem anderen. Der erste Gegner ist der Schöckl selbst. Vom Parkplatz Schöcklkreuz an geht’s steil bergauf.

aikido schoeckl samurai (3)

Organisiert wurde das gemeinsame Bergauf-Schnaufen vom ASKÖ Aikido Klub Graz. Knapp anderthalb Stunden später normalisiert sich unsere Atmung endlich wieder. Die Zeit von unserem Schöckl-Batman haben wir zwar nicht geknackt, aber das wär ja noch schöner. Jetzt geht’s nämlich ans Eingemachte!

aikido schoeckl samurai (2)

Aikido ist, wie bereits erwähnt, die Kunst der Samurai – grob gesagt. Auch im feudalen Japan trainierten die Krieger mit Holzattrappen, die ihre tatsächlichen Waffen dann am Schlachtfeld repräsentieren sollten: Schwerter (Katanas), Lanzen und Messer. Diese Holzwaffen sind immer noch ein essentieller Teil des Aikido-Trainings: sei es mit dem Stock (Jo, im Bild), dem Schwert (Bokken) oder dem Messer (Tanto).

aikido schoeckl samurai (4)

Einfach drauf los hauen ist aber nicht – die Verletzungsgefahr wäre viel zu groß! Stattdessen werden sogenannte Katas trainiert, das sind vordefinierte Bewegungsabläufe, die zuerst vom Trainer (in dem Fall Günther Steger, 6. Dan Aikikai) vorgezeigt und dann von den Schülern nachgemacht werden. Und da sind wir jetzt auch wieder dort angelangt, als auf japanisch bis zehn gezählt wird, Wanderer von ihrer Route abkommen und Gäste ihr Essen und Trinken stehen lassen, um zuzuschauen. Jede Bewegung wird mitgezählt, dann wird wieder von vorn begonnen, um die einzelnen Schritte zu verinnerlichen.

aikido schoeckl samurai (5)

Trainiert wird aber nicht nur mit den Waffen, sondern auch mit den bloßen Händen. Dabei offenbart sich die wahre Magie des Aikido: die Energie des Gegenüber nutzen und sie zu ihm zurückführen. Was für Außenstehende wie eine Tanzvorführung ausschauen mag, spürt sich beim ersten Mitmachen an wie eine Art “Zaubertrick”. Es gilt: “stärker werden durch Entspannen”. Dadurch wird es plötzlich egal, wie alt, groß oder stark man ist. Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Greise haben die selben Voraussetzungen.

aikido schoeckl samurai (6)

Noch nicht überzeugt, dadurch nicht nur einen gesünderen Körper sondern auch einen ruhigeren Geist zu bekommen? “Regelmäßiges Üben verbessert die Beweglichkeit und fördert durch komplexe Bewegungsabläufe Konzentration, Koordination, Grob- und Feinmotorik sowie das körperliche und geistige Wohlbefinden.” – und wenn Wikipedia das sagt, dann muss es stimmen 😉
Wir würden uns freuen, wenn ihr mal bei einem gratis Schnuppertraining vorbeischaut!

Weitere Infos:

Fotos: Kevin Griebaum / Holding Graz, ASKÖ Aikido Klub Graz

 


1 Kommentar

15/06/2015

Cool. Super Beitrag.

Antworten

Kommentar hinzufügen