Alexander Fünck
 
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Berg me, Baby!

365 Mal im Jahr wird auf der Schloßbergbahn und der Schöcklseilbahn alles gecheckt, kontrolliert und geprüft. Einmal im Jahr wird allerdings noch genauer hingeschaut. Einmal im Jahr wird der Ernstfall simuliert. Einmal im Jahr müssen Menschen vom Gelände und aus luftigen Höhen geborgen werden. Einmal im Jahr ist (gewollter) Ausnahmezustand.

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Am Freitag, 28.02.2014, gegen 13 Uhr läuten in der Bergstation der Schloßbergbahn die Alarmglocken, eine rote Warnleuchte taucht den Raum in ein diabolisches Licht. Der anwesende Maschinist Andreas Windisch reagiert sofort, der gelernte Seilbahntechniker ist schließlich Profi. Umgehend wird unter den Augen eines Vertreters der zuständigen Seilbahnbehörde und des verantwortlichen Betriebsleiters August Ferk der Notruf betätigt und der Alarmplan ausgelöst. Nicht gehetzt oder panisch, sondern ruhig und sachlich wird der Notrufzentrale der Grazer Berufsfeuerwehr der Sachverhalt geschildert. Übungsannahme: Die Bahn kommt ca. 50 Meter unter der Bergstation zum Stillstand, mehrere Personen sind zu evakuieren. Darunter ein Rollstuhlfahrer, es soll ja nicht zu “einfach” sein. Kurze Zeit später treffen, begleitet von Folgetonhorn und Blaulicht, die Höhenretter der Grazer Berufsfeuerwehr ein. Nachdem man sich einen kurzen Überblick über die Situation verschafft hat, geht es auch schon die stählerne Notstiege entlang der Bahntrasse hinab. Innerhalb weniger Minuten können die betroffenen Personen sicher geborgen und in die Bergstation gebracht werden.

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Am nächsten Tag befinden wir uns in der Talstation der Schöcklseilbahn. Hier findet bis einschließlich 15. März eine Revision statt und auch hier dreht sich alles nur um ein Thema: Sicherheit! Dutzende Mitglieder der Bergrettungen von Mixnitz, Fladnitz und Weiz, sowie die Florianijünger der Freiwilligen Feuerwehr St. Radegund proben den Ernstfall. Übungsannahme hier: Die Seilbahn kommt zum Stillstand und Personen müssen aus mehreren Gondeln evakuiert werden. Hier hat “abseilen” nichts negatives, es kann Leben retten. Im Grunde handelt es sich um eine “Seiltechnikübung”, erklärt uns Betriebsleiter Franz Pinter. Eine großangelegte Bergeübung finde erst wieder im Herbst statt. Eine Revision bedeutet auch nicht einen Defekt auf der Seilbahn, sondern ist gesetzlich vorgeschrieben und dient ausschließlich der Sicherheit. Mit einer Seilbahn ist es wie mit einem Auto, man kann auch fahren bis nichts mehr geht, um das zu vermeiden gehts regelmäßig zum Service, so Pinter weiter. Nicht länger als 2 – 2 1/2 Stunden darf die Evakuierung der gesamten Seilbahn mit ihren 44 Gondeln dauern. Das hier jeder Handgriff sitzen muss, versteht sich von selbst. Aus diesem Grund muss das auch regelmäßig geprobt werden, damit im Ernstfall – so wie heute – alles reibungslos abläuft.

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Eines haben wir jedenfalls erfahren; hier wird nichts dem Zufall überlassen und alles bis ins kleinste Detail geprobt und überprüft. Die KollegInnen von Schloßbergbahn und Schöcklseilbahn, sowie die Mitglieder der Einsatzorganisationen sind allesamt Profis wenn es um eines geht: Unsere Sicherheit! Mit diesem Wissen freuen wir uns schon auf unseren nächsten Ausflug auf den Schloßberg oder den Schöckl!

 

Fotos und Text: Alexander Fünck / Holding Graz

Video: Kevin Griebaum / Holding Graz
Musik: Arietys – Rue du passe

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