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Alexander Fünck
 
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Die Grazer Friedhöfe – Orte der Stille

Am 1. November ist Allerheiligen, das christliche Fest, zu dem aller Heiligen gedacht wird – auch solcher, die nicht heiliggesprochen wurden. An diesem Tag gedenken wir all jener, die uns vorangegangen sind. Die Grabstätten werden geschmückt, mit Gestecken, Kränzen und unzähligen Kerzen dekoriert. Zu dieser Zeit werden abertausende Gräber auf den Friedhöfen in besinnliches Licht getaucht. Allein in Graz gibt es 14 Friedhöfe, auch Totenäcker genannt. In diesem Blog werden fünf davon ein wenig näher vorgestellt.

1. Zentralfriedhof Graz

Der Grazer Zentralfriedhof ist DER Friedhof der steirischen Landeshauptstadt. Nachdem die Friedhöfe im inneren Stadtbereich immer dichter belegt waren und die Bevölkerungszahl der Stadt gegen Ende des 19. Jahrhunderts mehr und mehr anstieg, wurde am damaligen Südrand des Stadtgebietes ein neuer, grosszügiger Friedhof angelegt. Mit der Planung wurde der Architekt Carl Lauzil 1885 beauftragt. Die erste Bestattung fand übrigens noch während der Bauarbeiten statt. Ein Bauarbeiter der beim Errichten der Friedhofskirche zu Tode stürzte, erhielt die erste Beerdigung auf dem neuen Grazer Zentralfriedhof.

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2. St. Peter Stadtfriedhof

Der St. Peter Stadtfriedhof wurde zu Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet und ist heute mit über 21.000 Grabstellen der zweitgrößte Friedhof im Grazer Stadtgebiet. Der Friedhof gliedert sich dabei in einen katholischen (dieser steht im Eigentum der kath. Stadtpfarre) und einen evangelischen Teil. Besonders monumentale Grabmäler befinden sich im evangelischen Teil des Friedhofs, wo bedeutende Familien der Grazer Geschichte (wie etwa das tempelartige Grabmal der Familie Reininghaus) ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

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3. St. Leonhard Friedhof

Der einstige Vorstadtfriedhof Graz-St. Leonhard hat sich im Laufe der Zeit zum “Prominentenfriedhof” der Stadt Graz entwickelt. Bereits vor Jahrhunderten gab es um die Leonhardkirche Gräber der ansässigen Bürger, der eigentliche Friedhof wurde jedoch erst 1817 gegründet. Heute finden sich unter anderem Grabstätten mehrerer Grazer Bürgermeister, sowie bedeutender Offiziere der K.u.K. Armee (Admiral Wilhelm von Tegetthoff) auf diesem Friedhof.

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4. Friedhof Graz-Straßgang

Zur Hauptpfarre Graz-Straßgang gehörend, gilt der Friedhof nicht zuletzt wegen seiner einzigartigen Lage (fast erinnert die Anlage an einen sizilianischen Bergfriedhof) als schönster von ganz Graz. Ebenso wie die Kirche und der wehrhafte Pfarrhof, liegt auch der Friedhof selbst deutlich über das Stadtgebiet erhoben auf einem Ausläufer des Plabutsch. Von den Grabreihen aus hat man Richtung Norden einen Blick über das gesamte Grazer Stadtgebiet.

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5. Jüdischer Friedhof Graz

Der jüdische Friedhof von Graz wurde in den Jahren 1864/65 als letzte Ruhestätte für die Mitglieder der jüdischen Glaubensgemeinschaft von Graz, in der damals noch nicht zur Stadt gehörenden Gemeinde Wetzelsdorf angelegt. Im Zuge der Novemberprogrome der Nationalsozialisten wurde die Zeremonienhalle in Brand gesteckt. 50 Jahre später, im Bedenk/Gedenkjahr 1938/88, wurde die neue Zeremonienhalle feierlich eröffnet und geweiht.

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Fotos: Land Steiermark, Pfarre Graz-Straßgang, Patricia Kleewein/Alexander Fünck – Holding Graz,

 


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