Yanik bei den Müllmännern
 
Kevin Griebaum
 
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Faszination Müllmann

„Müllauto“ war vielleicht nicht sein erstes Wort, aber wenn es nach seiner Begeisterung für Abfallentsorgung geht, dann hätte es durchaus so sein können. Wenn jemand zum Beispiel von einem „Bagger“ redet, muss er einschreiten und die Person (meistens seine Mama) darauf hinweisen, dass es sich hierbei um einen „Hoch-“ oder „Tieflöffelbagger“ handelt. Yanik Simi weiß so ziemlich alles, was man über große Autos und Maschinen wissen kann – und das im zarten Alter von 2 Jahren.

Sein umfangreiches Wissen bezieht Yanik aus einer eigenen kleinen Bibliothek, die in seinem Kinderzimmer steht. Bücher über Baustellen und vor allem die dort eingesetzten Maschinen kennt er in- und auswendig. All sein theoretisches Wissen darüber, wie die verschiedenen Typen aussehen und was sie können, hat ihm aber nicht geholfen: Als er das erste Mal selbst in einem Müllauto saß, war es mit der Coolness vorbei.

Möglich gemacht hat das seine Mama Jasmin. „Wir wussten bereits, dass es einen Tag der offenen Tür bei den Linien gibt, aber dass auch die Müllmänner einen für Kinder haben, hab ich nicht gedacht.“ Ein kurzer Anruf bei der Hotline – und schon war ein Termin für Yanik reserviert. Mit viel Vorfreude und einer großen Portion Aufregung im Gepäck sind die beiden schließlich zum Sturzplatz eingeladen worden. Die Tagesordnung: Müllmann spielen, Fahrzeug lenken, Mülltonne in die Ladefläche leeren … Da wurden die Kinderaugen fast größer als das Müllauto selbst.

Seine Begeisterung kommt aber nicht von irgendwo. Jeden Tag heißt es für Mama Jasmin um sieben Uhr aufstehen, denn die Müllmänner kommen. Mittlerweile ist Yanik bereits ein bekanntes Gesicht, denn wer die tägliche Arbeit mit einem Kinderlächeln begleitet, den muss man in sein Herz schließen. Auch Kanal- und Fernwärmearbeitern hat Yanik es bereits angetan. „Die würden ihn ja auch mit in den Schacht nehmen, aber er traut sich noch nicht ohne Mama.“ Vertrauen von Seiten der Mama ist den Arbeitern gegenüber jedenfalls gegeben. „Sie sind alle sehr nett und freundlich. Außerdem haben sie selber Kinder und wissen, wie sie mit Yanik umgehen müssen. Vielleicht traut er sich nächstes Jahr.“

Bis dahin wird ihn aber noch sein „Müllmann-Tagebuch“ beschäftigen, das seine Mama für ihn angelegt hat und das er jeden Tag durchblättert. Darin ist der Besuch am Sturzplatz mit jeder Menge Fotos dokumentiert. Damit er nie den Tag vergisst, an dem sein Kindertraum wahr geworden ist.

Fotos: Oliver Stiger / Holding Graz

 


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