Flughafen_Graz_Einsatzübung_Worst_Case
 
Alexander Fünck
 
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Worst Case Inferno am Flughafen Graz

Katastrophenalarm am Flughafen Graz: Die Bordinstrumente spielen plötzlich verrückt, das Höhenruder blockiert, der Funkkontakt zum Tower in Graz bricht ab. Panik ist den erfahrenen Piloten ins Gesicht geschrieben und trotzdem werden sie alles versuchen, ihr Flugzeug sicher zu landen. Doch nun klemmt auch noch das Seitenruder, die Maschine weicht kurz vor der Landung vom Gleitpfad ab und setzt unsanft neben der Piste auf. Verzweifelte Schreie, überall Blut – die folgenden Minuten werden zu Stunden, geprägt vom blanken Entsetzen. Zusätzlich gerät nun der hintere Rumpfbereich in Brand, das austretende Kerosin trägt das seine zu einer sich aufbäumenden Feuerwalze bei. Ein Inferno nimmt am Flughafen Graz seinen Lauf…

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Unterdessen geht in Graz ein hochkarätig besetzter, internationaler Wirtschaftsgipfel zu Ende. Ausgerechnet die verunglückte Maschine sollte einen teilnehmenden Ministerpräsidenten wieder in sein Heimatland bringen. Kann das Zufall sein? Als wäre das noch nicht genug, verschärfen ein Bekenneranruf und ein verdächtiges Gepäcksstück in der Zollabfertigung am Flughafen Graz die Situation zusätzlich. Alles deutet offenbar auf einen Terroranschlag hin, das Unglück wird zum bewussten Akt und die Leitstellen der einzelnen Einsatzorganisationen lösen Terroralarm aus…

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An dieser Stelle sei jedoch erwähnt: Die Chronologie des Schreckens ist gewollt, das brennende Flugzeug nur ein umgebauter Container und das Blut Lebensmittelfarbe. Die Toten sind Holzfiguren in Lebensgröße und die zahlreichen Verwundeten sind Statisten, PolizeischülerInnen des Bildungszentrums Steiermark. Die Einsatzübung Alpha 5 wird am Flughafen Graz alle zwei Jahre abgehalten und vereint dabei vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung bis zur Verhandlungsgruppe Süd der Landespolizeidirektion Steiermark die gesamte Notfallkette. Über 400 ÜbungsteilnehmerInnen machen es auch in diesem Jahr möglich, das umfangreiche Szenarium am Flughafen Graz effizient und routiniert zu üben.

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Bei der heurigen Übung musste erstmals nicht nur eine Katastrophen-, sondern auch eine sicherheitspolizeiliche Lage abgearbeitet werden. Das wichtigste für den Fall der Fälle ist dabei stets die einwandfreie Kommunikation aller Beteiligten untereinander. Deshalb wurde neben der Überprüfung der Alarmpläne und der behördlichen Abarbeitung in allen Notfalleinrichtungen, vor allem auf eine perfekt funktionierende Verständigungskette größten Wert gelegt. Nur so kann ein Zusammenwirken aller beteiligten Behörden, Dienststellen und Einsatzorganisationen im Ernstfall auch reibungslos ablaufen. Alle Teilnehmer konnten am Ende des Tages ein positives Resume ziehen, sämtliche Übungsabläufe haben zufriedenstellend funktioniert. Ein gutes Gefühl wenn ein “Worst-Case-Szenario” am Flughafen Graz nicht nur eindrucksvoll geübt, sondern auch routiniert gelöst werden kann.

Fotos: Alexander Fünck / Holding Graz

 


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