René Knabl
 
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Gipfel aufi, Gipfel owi – Orientierungslauf am Schöckl

Das Wandern ist des … hmm… Wandern … ist doch Mainstream. Heute geht’s wieder mal auf den Schöckl – natürlich mit der Gondel. Aber heute bin ich nicht allein. An meiner Seite ist Lisa Pacher, eine sehr sportliche junge Architekturstudentin, die mir heute den Orientierungslauf etwas näherbringen will. Also kurze Hose und feste Schuhe an, dann laufen wir auch schon los.

Ich bin ja (fast) nicht handysüchtig. Aber die Gewohnheit kann man sich halt schlecht abgewöhnen. So schau ich halt nach fünf Minuten laufen auf mein Smartphone. Problem 1: Kein Empfang. Problem 2: „Einen Orientierungslauf absolviert man ohne technische Hilfsmittel, außer einem Kompass und einer Karte braucht man nur noch einen klaren Verstand. Aber das wars dann auch schon.“, erklärt Lisa. Ok, dann pack ich mein Handy eben wieder ein. Mit Kompass und Karte kann man also den Grazer Hausberg auf eigene Faust erkunden und sich selbst beweisen, dass man das Zeug zum Abenteurer hat! Da bin ich ja vorne dabei! Aber nur unter  der Verwendung dieser beiden Hilfsmittel? Könnte eventuell doch etwas schwierig werden, denn ohne mein Smartphone kann ich mich sicher nicht orientieren. Heute eben analog, dafür sportlich fair.

orientierungslauf-schöckl-lisa_

Das Ziel eines solchen Orientierungslaufs ist es, die verschiedensten Posten als erstes zu erreichen. Doch man muss auch beweisen können, dass man tatsächlich bei allen auf der Karte markierten Stellen gewesen ist. „Die Reihenfolge ist ganz einfach. Nach eins kommt zwei und dann eben drei. Hier am Schöckl gibt es 24 Posten. Je höher die Postenzahl, desto schwieriger ist das Gebiet.“ Jedenfalls sind die Teilnehmer eines Orientierungslaufs verpflichtet, ihre Karten bei den verschiedensten Posten zu kennzeichnen. Bei jedem dieser Punkte befindet sich eine Zange, mir der man die Kontrollkästchen markieren muss.

Lisa ist jetzt 20 Jahre alt und ihr erster Orientierungslauf fand vor 20 Jahre statt. Natürlich ist nicht sie mitgelaufen, sondern ihr Vater. Sie war „nur“ Zuschauerin. „Ich komme aus einer sehr sportbegeisterten Familie. Ich bin mit dem Orientierungslauf groß geworden und habe schon als Kind an Wettkämpfen teilgenommen, aber meinen ersten lief ich mit 9 Jahren alleine.“ Wow! Ich bin beeindruckt.

orientierungslauf-schöckl-wald

Wie wir so über den weichen Waldboden laufen, erfahre ich, dass man sogar mit dem vierbeinigen Freund diese Strecken bewältigen. „Aber nur mit Leine!“, so Lisa. Wir haben sowieso über die Regeln und Pflichten der Teilnehmer gesprochen. Hier die wichtigsten Punkte, wenn jemand tatsächlich (so wie ich) am Schöckl umherlaufen will:

1) Wenn Du mit Deinem Hund unterwegs bist, dann verwende bitte eine Leine.
2) Nicht nur die Menschen, sondern auch die Wildtiere und Kühe wollen in Ruhe den Schöckl genießen, also lass sie in Ruhe grasen und verschließe nach dem Passieren die Durchgänge in den Zäunen.
3) Natürlich ist es morgens und abends nicht so heiß, dennoch sollte das Orientierungslaufen in den Dämmerungszeiten vermieden werden.
4) Auch auf die Pflanzen ist am Grazer Hausberg Rücksicht zu nehmen. Diese können möglicherweise giftig oder sehr selten sein oder auch unter Naturschutz stehen.
5) Beim Laufen sollte man immer eine gefüllte Trinkflasche dabei haben. Am besten klares Wasser. Aber die Flasche wird nicht im Wald entsorgt. Der Müll wird nur in den vorgesehenen Papierkörben beseitigt.
6) Verbotenes ist immer interessant. Dennoch dürfen die Absperrungen am Schöckl nicht missachtet werden. Euer Schutz geht vor!

orientierungslauf-schöckl-lisa

„Neben der körperlichen Fitness wird auch die psychische Kraft gestärkt. Körper und Geist arbeiten zusammen.“ Meine heutige Laufpartnerin nimmt nicht nur in Österreich an Wettkämpfen teil. Sie war schon in mehr als 12 Ländern unterwegs, wie in Schweden, Norwegen, Spanien oder Schottland. Auf die Frage, wie viele Pokale sie bereits gewonnen hat, kann sie mir nur eine ungefähre Zahl nennen, nämlich 20. Weiters hat sie ca. 15 österreichische Meistertitel. Aber auch auf internationaler Ebene war sie schon erfolgreich. Zweimal Vizeschulweltmeisterin und zweimal bekam sie die Bronzemedaille im Staffel bei der Jugendeuropameisterschaft.

orientierungslauf-schöckl-gipfelkreuz

Als wir knapp 50 Meter vor dem letzten Posten sind, frag ich, warum sie sich ausgerechnet für das Orientierungslaufen entschieden hat. Sie sei in diese Sportart hineingeboren worden und damit aufgewachsen. „Nichts anderes ist so interessant, denn man hat die Chance, Zeit in der Natur zu verbringen, die Welt zu bereisen und einfach was Anderes auszuprobieren. Im Wald habe ich meine Ruhe und kann für mich alleine laufen, ohne dass mich andauernd Leute beobachten. Ich finde meinen eigenen Rhythmus und kann mich so besser konzentrieren.“

Als wir den Orientierungslauf erfolgreich hinter uns gebracht haben, gehen wir noch in den Alpengasthof und prosten mit einem Mineralwasser an. Es war wirklich aufregend durch den Wald zu laufen. Man findet auch zu sich selbst und konzentriert sich viel besser als wenn man durch die Stadt läuft und bei jeder Straßenecke ein Auto hupt oder irgendjemand wie wild herumschreit. Hier am Schöckl könnte ich Stunden im Wald verbringen und die Natur, sowie die frische Luft genießen. Danke Lisa!

Fotos: René Knabl / Holding Graz, Lisa Pacher

 


3 Kommentare

10/08/2014

kann die Fotos nicht sehen??

Antworten
    28/08/2014

    Hallo Hannes!
    Wir können die Fotos ganz normal anzeigen. Vielleicht musst du den Cache deines Browsers leeren?
    Beste Grüße!

    Antworten
02/09/2014

Toller Artikel 😉 Auch bei mir werden die Bilder nicht angezeigt (Anm. Cache geleert – Safari-Browser)!

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