Josef Strommer repariert ein Schaukelpferd im Grazer Stadtpark
 
Lisa Ulrich
 
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Herrn Josefs hölzerne Herde am Spielplatz

Freitag Mittag, die Sonne scheint – ein durchaus gewohntes Bild im Grazer Stadtpark. Doch was ist das? Zwischen den Kindern, die fröhlich auf dem Spielplatz herumtollen, steht ein älterer Herr. Mit kritischem Blick begutachtet er die Schaukel, setzt sich drauf und schaukelt. Gleich danach macht er sich auf den Weg zum Klettergerüst, um dieses genauer zu inspizieren. Viele verwunderte Blicke folgen ihm, doch Josef Strommer ist keineswegs zum Spielen hier. Er ist der kaum sichtbare Schutzengel aller Kinder in Graz, denn seine Aufgabe ist es, die Spielplätze so instand zu halten, dass sie keine Gefahr für Kinder darstellen. Wir haben ihn bei seiner Arbeit begleitet.

Um 6 Uhr früh ist Dienstbeginn für Josef Strommer. Als erstes wird ein Blick auf die Liste geworfen, dann wird der Tagesablauf geplant. Bis zu 18 der 74 Spielplätze in Graz werden täglich von ihm unter die Lupe genommen. Seine Aufgabe besteht darin, die Sicherheit zu gewährleisten, wenn Kindern auf Schaukeln, Rutschen, Klettergerüsten toben. Er sorgt dafür, dass sich die Kleinen nicht an den Geräten verletzen können. Gelenke, Schrauben, Seile, Bretter, alles wird genau in Augenschein genommen.

Josef Strommer bei der Inspektion einer Schaukel im Grazer Stadtpark

Gerät für Gerät arbeitet er sich vor, um ganz sicher sein zu können, dass alles einwandfrei ist und keine Gefahr darstellt. Während Josef gerade eine Wippe repariert, kommen schüchtern zwei kleine Buben näher, die sehnsuchtsvoll die Blicke auf die Wippe gerichtet haben. „Dürfen wir hier spielen? Was machst denn du da?“ „Tut mir leid Burschen, ein bissi müssts euch schon noch gedulden“, antwortet Josef. In solchen Momenten fällt es ihm immer schwer, der Spielverderber zu sein. „Aber das gehört halt auch zu meiner Arbeit dazu.“

Einen fixen Tagesablauf gibt es für ihn nicht, denn Reparaturen und das Beheben von Mängeln nehmen oft viel Zeit in Anspruch. Überraschen kann Josef bei seiner Arbeit nichts mehr, wie er uns erzählt. Vandalismus ist leider ein großes Thema in Graz, besonders auf Spielplätzen. Mutwillig werden immer wieder Schaukeln demoliert, Parkbänke zerstört, Seile durchtrennt, Holzflächen angezündet.

Josef Strommer kontrolliert Spielplätze auf Schäden

Ein trauriges Bild, welches sich ihm fast täglich bietet. Oft ist es für ihn schon sehr ärgerlich, erzählt Josef, muss er doch von Zeit zu Zeit bis zu dreimal die Woche zum selben Spielplatz fahren, um dort immer wieder aufs Neue eine Parkbank zu reparieren. Kaum aufgestellt, wird sie schon wieder zerstört. Doch davon lässt sich Josef nicht beirren, ein anerkennendes Wort einer Spielplatzbesucherin und das Lachen der Kinder, während sie das Klettergerüst erobern, welches er erst am Tag zuvor repariert hat, machen das im Nu wieder wett.

Josef Strommer und Lisa Ulrich beim Schaukeln im Grazer Stadtpark

Fotos: Kevin Griebaum / Holding Graz

 


5 Kommentare

30/07/2013

Find ich super! Aber das alles muss er ganz alleine machen?

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    01/08/2013

    Liebe/r Promy,
    Josef Strommer sind zwei Reparaturtrupps zur Seite gestellt, die (wenn nötig) ausrücken, um gröbere Schäden zu beheben.

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20/03/2014

Es steht ihm ein Bundespräsidentengehalt zu!! Er trägt Verantwortung für unsere Kleinen und arbeitet wirklich!!
Schade ist nur, dass die Korbschaukel am Spielplatz Wachtelgasse gegen eine kleinere ausgetauscht wurde.
Sicherer für die ganz kleinen Kinder war die große Korbschaukel und man konnte außerdem locker 5 Kinder reinsetzen.

Im Namen der Kinder: Gebt uns die große Korbschaukel zurück!! DANKE 🙂

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    14/04/2014

    Hallo Angelika!
    Die neue Korbschaukel bleibt – sie hat den selben Durchmesser wie die alte, ist aber aufgrund der Bauweise besser gegen Vandalismus geschützt.
    Beste Grüße!

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19/10/2014

Hey, finde super Danke 🙂

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