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Kevin Griebaum
 
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Hochwasser: Was tun, wenn’s schwemmt?

In der Sommerzeit ist “Hochwasser-Saison” und somit auch die Zeit, in der Hausbesitzer ein extra Ave Maria beten, wenn die ersten Regenwolken aufziehen. Dass es schüttet und auf den Straßen das Wasser steht, dagegen kann man kaum etwas unternehmen. Dass die eigenen vier Wände aber zu einem ungewollten Biotop werden, davor kann man sich im Vorfeld sehr wohl schützen. Hier ein kleiner Ratgeber zur Hilfe zur Selbsthilfe.

Vorher informieren

Besonders Menschen, die in hochwassergefähdeten Gebieten wie etwa Andritz, Straßgang, Maraitrost oder St. Peter wohnen, sollten sich im Vorfeld schlau machen, wie es um die Sicherheit von Haus und Hof steht. Die Abteilung für Katastrophenschutz gibt Auskunft darüber, ob man in einer Gefahrenzone lebt. Dazu kommen Profis vorbei, beurteilen die Lage außerhalb und innerhalb des eigenen Grundes. Dabei werden Gebäudechecks angeboten, bei denen Fachleute feststellen, welche Maßnahmen im Vorfeld sinnvoll und machbar sind (Selbstbehalt 70 Euro). Auskunft gibt es telefonisch unter 0316/872-4015.

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Notruf, sichern, fern bleiben

Jetzt ist es doch da, das Worst-Case-Szenario: Der Gang in’s Wohnzimmer erinnert an Urlaub am Meer, wenn die Gischt am Strand die Köchel sanft umspült. Diesmal leider nicht ganz so angenehm. Wichtig ist jetzt, Prioritäten klar zu setzen und zuerst die Feuerwehr unter der Notrufnummer 122 zu alarmieren. Die Experten wissen was zu tun ist und können in besonderen Fällen schon über das Telefon erste Maßnahmen dirigieren. Faustregel: Erst Personen in Sicherheit bringen, bevor man sich den Wertgegenständen annimmt. Das schlichten von Sandsäcken zählt zu den Akutmaßnahmen und ist im Ernstfall eventuell erforderlich. In Graz gibt es 39 Sandsack-Depots, die Abgabe erfolgt in Haushaltsmengen (max. 15 Stück).

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Beispiel Hochwasser 2013

Am 7. Mai 2013 war Ausnahmezustand in Graz. Obwohl es ja doch jedes Jahr das selbe ist, ist man im Ernstfall doch überfordert. 2013 sind in zwei Stunden 69 Liter Regen gefallen. 120 Mannen der Berufsfeuerwehr Graz, 100 Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehren und 350 MitarbeiterInnen der Holding Graz waren im Dauereinsatz. Nicht zuletzt waren es aber auch einige Private, die weitere Einsätze durch vorbeugende Maßnahmen verhindert haben. Dennoch glühten bei den Notrufnummern die Leitungen. Bis zu 800 Notrufe können in einer Stunde angenommen werden.

Überblick

Weiters empfiehlt es sich, folgende Dinge zu beachten:

  • Erstellen Sie Ihren persönlichen Alarm- und Einsatzplan.
  • Machen Sie Kinder auf die besonderen Gefahren aufmerksam
  • Treffen Sie Vorsorgemaßnahmen an und in Ihrem Gebäude (z.B.: räumen Sie Wertvolles, Elektrogeräte, Gegenstände die nicht nass werden dürfen, gefährliche Stoffe und Chemikalien aus den Kellern / besorgen Sie gegebenenfalls Schaltafeln, Sandsäcke für Kellereingänge, Kellerfenster (im Baumarkt erhältlich))
  • Entfernen Sie rechtzeitig Ihren PKW und sonstige Fahrzeuge aus gefährdeten Gebieten
  • Sichern Sie Öltanks gegen Auftrieb
  • Achten Sie auf Wetterwarnungen, hören Sie regelmäßig die Nachrichten
  • Beobachten Sie die Umgebung ob Hochwassergefahren entstehen können (Überflutung, Erdrutsch, Kanal, etc.)

Hier eine zusammengefasste Schritt-für-Schritt-Anleitung, was im Ernstfall zu tun ist:

  • Beobachten: Wetterwarnungen verfolgen
  • Informieren: Lage im Vorfeld beurteilen bzw. beurteilen lassen und entsprechende Maßnahmen setzen
  • Alarmieren: Einsatzkräfte unter 122 benachrichtigen
  • Schützen: Personen in Sicherheit bringen
  • Dokumentieren: Unbedingt jeglichen Schaden aufschreiben und fotografieren! Die Versicherung verständigen und den Privatschadensausweis bei den Servicestellen der Stadt Graz beantragen

Weitere Infos:

Fotos: Kevin Griebaum / Holding Graz

 


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