Kevin Griebaum
 
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Lehre, wem Lehre gebührt: Patrick und der Bus

Wir schreiben das Jahr 2012. Der 15-jährige Patrick Lukas liegt unter seinem Moped, sein Werkzeug griffbereit. Öl tropft auf seine Kleidung. Wurscht. Wer wirklich schrauben will, darf ruhig dreckig werden. Und wer tut, was er liebt, lebt für die Sache. Deshalb ist Patrick auch unter den Besten im Aufnahmetest zu einer Lehrstelle bei den Holding Graz Linien. Ein klarer Blick auf das, was sonst verschmiert ist.

Vasoldsberg, 5 Uhr 30. Irgendwo klingelt ein Wecker. Eine Bettdecke wird hastig zur Seite geworfen, bloß keine Zeit verlieren. Frühstück, Zähneputzen, Haargel – die morgendliche heilige Dreifaltigkeit. Kein Stress, aber Eile. Wo Patrick hin will, will er tatsächlich hin: zur Arbeit. Drei Jahre schon macht er die Lehre zum Nutzfahrzeug- und Systemelektroniker bei den Holding Graz Linien.

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“Umgangssprachlich sagt man Kfz-Techniker, aber das ist nur der Überbegriff”, erklärt uns der mittlerweile 18-jährige Lehrling, als er um kurz vor 7 Uhr seinen Dienst im Buskompetenzcenter Kärntnerstraße antritt. Viel Zeit zum Reden hat er nicht, es muss der erste Auftrag ausgefasst werden. Dafür geht er zu Werkstätten-Meister Herbert Deutsch. Als erstes ist zu klären, um welche Wartung es sich handelt. “Es gibt drei- oder sechsmonatige Wartungen und die jährlichen. Je nach dem wird etwas anderes mit einer Checkliste überprüft”, erklärt uns der Meister. Für’s erste ist eine Routine-Wartung dran.

Im dritten Lehrjahr genießt Patrick von den Gesellen schon viel Vertrauen. Er darf sich einen Schlüssel schnappen und den Bus selbst vom freien Werksgelände in die Garage fahren. Bisher sei er noch nirgendwo rein gefahren, lacht Patrick. “Man darf halt nicht gach zornig fahren”, fügt er mit seinem unverkennbar steirischen Dialekt hinzu.

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Patricks Arbeit ist keine leichte, soviel steht fest. Aber es ist genau das, was ihm Spaß macht. “Im ersten Lehrjahr, da bin ich oft nach Hause gekommen, hab noch was gegessen und bin dann schlafen gegangen, so fertig war ich”, erinnert er sich. Aber: wenn man ihn nach seiner liebsten Arbeit fragt, zögert er nicht. Es ist das Wechseln von Bremsscheiben. “Das ist körperlich richtig anstrengend, aber genau das taugt mir. Heimkommen und fertig sein, das is geil!” Zumindest das mit der Anstrengung können wir verstehen, hat doch eine Bus-Bremsscheibe 40 Kilo.

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Zwischen der schweißtreibenden Arbeit erzählt er von seinem Anfang als Lehrbub. Sein Bruder, der selbst Geselle in der Werkstatt ist, hat ihn dazu ermutigt, die Lehrstelle bei den Holding Graz Linien anzunehmen. Patrick hätte es sich eigentlich aussuchen können. Deshalb ist er erst einmal schnuppern gegangen. Fazit: “Die Gesellen waren super nett zu mir, die Leute waren immer gut drauf, es war ein super Arbeitsklima. Und ich sonst nirgendwo erlebt hab: jeder gibt dir in der Früh die Hand.” Liebe auf den ersten Handschlag, sozusagen.

Die Liebe zum Schrauben hat er schon immer im Blut gehabt. Der Papa eines Freundes hat ihm alles darüber bei gebracht und auch heute noch “arbeitet” er auch in seiner Freizeit: Sei es am Auto oder beim Haus besagten Freundes. Wie schon Prentice Mulford gesagt hat: Was man gern macht, macht man gut.

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Mittlerweile ist Patrick nicht mehr weit von seiner Lehrabschlussprüfung entfernt: Oktober 2016 soll es soweit sein. Danach wird er wahrscheinlich direkt übernommen werden, erzählt uns der Werkstätten-Meister Herbert Deutsch: “Gute Lehrlinge können wir immer brauchen. Wer hier vier Jahre lernt, ist natürlich absoluter Experte und viel besser geeignet, als ein externer Mechaniker. Deshalb ist es schade, wenn sich manche Lehrlinge selbst ins Aus schießen – aber wer bemüht ist und gute Arbeit leistet, braucht sich keine Sorgen machen”.

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“Karriere in der Werkstatt? Des warat a Hit!”, grinst Patrick. Nach seiner LAP will er die Abendschule besuchen um die Meister-Prüfung abzuschließen. Bis dorthin hat er aber einen Rat für angehende Lehrlinge: “Interesse am Schrauben haben, körperlich fit sein und Werkzeug kennen, das ist wichtig.” Patrick hat sich seinen Lebenstraum selbst gebaut – und schraubt weiterhin fest daran weiter.

Du willst auch einen Arbeitsplatz mit Zukunft? In einem Konzern mitarbeiten, in dem du Karriere machen kannst? Dann bewirb dich jetzt: http://www.holding-graz.at/lehrlinge.html

 

Fotos: Joel Kernasenko / Holding Graz

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