Kevin Griebaum
 
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Lehre, wem Lehre gebührt: Rohrverleger von Beruf

Als sich der Asphalt unter den Füßen der Menschen aufwölbte, ahnten sie noch nicht, dass sich die Erde unter ihnen auftun wird. Darunter liegt aber kein Fegefeuer, sondern ein Ozean an Dreck. Dessen Gott heißt nicht Neptun, sondern Martin. Und eigentlich ist er kein Gott, sondern Lehrling – dennoch sorgt er bereits in seinem ersten Lehrjahr dafür, dass Wasserrohrbrüche möglichst schnell wieder in Vergessenheit geraten. Damit bei dieser Erfolgsgeschichte nichts verwässert, sind wir mit ihm gemeinsam in Gruben gestiegen, die andere für uns gegraben haben.

Martin ist der erste Lehrling im Bereich Bau und Instandhaltung Leitungsnetze bei der Holding Graz. Wenn um fünf Uhr morgens der Wecker des 15-jährigen klingelt, weiß er noch nicht, was ihn in etwa zwei Stunden erwarten wird. Um sieben Uhr hat er bereits seine Freizeit- gegen Arbeitskleidung getauscht und macht sich auf zur täglichen Einsatzbesprechung. Heute begleiten wir ihn in die Waagner-Biro-Straße. Hier soll ein Überflurhydrant ausgetauscht werden.

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Derzeit befindet sich Martin noch im 1. Lehrjahr. Seine wichtigsten Aufgaben sind Werkzeug vorbereiten und die Arbeitsschritte verstehen. Sein Lehrlingsbeauftragter Markus Fitz lacht zufrieden: “Er denkt mit, das ist sehr wichtig. Er interessiert sich für die Sache und versteht, was der Monteur braucht, sodass die Arbeit flüssiger verläuft.”

“Flüssig” ist hier sowieso das Stichwort: Landratten, die nicht nass werden wollen, haben hier nichts verloren, man sollte schon halb Nixe/Wassermann sein, um sich hier wohl zu fühlen (Sternzeichen zählt nicht!). Denn bei einem Wasserrohrbruch geht es mehr feucht als fröhlich zu, wie auch Martin schon weiß: er war beim Wasserrohrbruch in der Kärntnerstraße Ende Jänner dabei.

Brüche in den Wasserleitungen gehören aber – glücklicherweise – nicht zum Haupttagesgeschäft von Martin und seinen ausgelernten Kollegen. “Wir reparieren Schieber, reinigen Hochbehälter, überwachen Pumpstationen und machen Leckortung”, erklärt Markus Fitz. Kurz gesagt: Martin lernt, wie er das Grazer Wassernetz instand hält.

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Dabei war es gar nicht so das Wasser, das Martin zu dieser Lehre getrieben hat, sondern die Liebe zur Mechanik. “Ich wollte unbedingt was machen, wo man schrauben kann”, schwärmt er. “Ich hab mich auch in der Werkstatt bei den Holding Graz Services beworben – aber um ganz ehrlich zu sein – ich bin froh, dass sie mich hier genommen haben.”

Wenn Martin seine Lehre Ende August 2018 abgeschlossen hat, ist er gelernter Facharbeiter Monteur für die Bereiche Gas & Wasser. Den Bereich Heizung kann er im Rahmen seiner Lehre oder direkt im Anschluss ebenfalls erlernen. Außerdem lernt Martin über den Lehrlingsausbildungsverbund insgesamt 5 Monate lang bei einer privaten Installationsfirma, wie er auch in privaten Einrichtungen arbeiten muss. Zwar würden ihn die Holding Graz Services Wasserwirtschaft nach seiner Lehre gerne übernehmen, allerdings liegt es an ihm, zu entscheiden, ob er nicht vielleicht doch woanders arbeiten möchte.

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Bis dorthin rinnt aber noch viel Wasser die Mur runter – und solange Menschen wir Martin sich um das Grazer Wassernetz kümmern, bleibt das das Wasser auch dort, wo es hin gehört.

Du willst auch einen Arbeitsplatz mit Zukunft? In einem Konzern mitarbeiten, in dem du Karriere machen kannst? Dann bewirb dich jetzt: http://www.holding-graz.at/lehrlinge.html

Fotos: Joel Kernasenko / Holding Graz

 


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