Kevin Griebaum
 
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Anne und die Römer – Die Geschichte der Annenstraße

„Damals, da war die Welt noch in Ordnung“, höre ich meinen Opa sagen, als ich mir die Veränderung der Annenstraße genauer anschaue. Eine Aussage, die wir jungen Menschen oft mit einem (gedachten) „ja ja“ abwinken. Denn oft stimmt es einfach nicht, dass früher alles besser war. Ein aktuelles Beispiel : Die Annenstraße. Heute, am 20. September 2013, weiß man auch warum.

Granitplatten, ungleichmäßig geschnitten, zieren jetzt den Asphalt. „Die Ungleichmäßigkeit soll ein Sinnbild sein“, erklärt Stadtbaudirektor Bertram Werle. „Wir sind hier so bunt, im Annenviertel. Genauso setzt sich auch der Boden unter unseren Füßen zusammen, wie ein Puzzle.“ Tatsächlich ist der Eisverkäufer dort ein waschechter Italiener, die Lebensmittel kommen direkt vom Inder und zwischendrin findet man immer wieder die österreichischen Wurzeln der Straße.

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Dass die Annenstraße wohl auch in der „grünen Mark“ liegen muss, erkennt man auch recht schnell: insgesamt wurden 35 neue Bäume gepflanzt, die die Stadt rundherum gleich etwas weniger nach Asphaltwüste ausschauen lassen. Das übrigens auch bei Nacht: Die Straßenbeleuchtung ist ebenfalls mit der Zeit gegangen. Wenn es draußen dunkel wird, ersetzen LED-Leuchten die Sonne – und das auf beiden Straßenseiten, wie Bürgermeister Siegfried Nagl  bei einem Pressespaziergang durch die Annenstraße anmerkt. „Damit man sehen kann, wie schön beide Seiten geworden sind“, fügt er hinzu.

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Urban heißt heute auch „nachhaltig mobil sein“. Hier: eine Kombination aus öffentlichem und autofreiem Verkehr schaffen. Dazu gibt es jetzt eigens neue Fahrradständer, die ein bisschen an überdimensionale Croquet-Tore erinnern. Und apropos nachhaltig: Um in Zukunft Spritkosten und Arbeitsaufwand zu minimieren, sind nun neue Mistkübel eingesetzt, die von außen zwar kleiner als die stadtbekannten aussehen, im Inneren aber wahre Müllschlucker sind. Unter den Behältern befindet sich nämliche eine Art Mini-Deponie, die ein mehrfaches Fassungsvermögen im Vergleich zu den herkömmlich aufgestellten Eimern hat. Diese kann nach Bedarf entleert werden – genauer gesagt, ausgesaugt.

Es lässt sich also mit Fug und Recht behaupten: Schön ist sie geworden, die Annenstraße. Und auch ein großes Stück lebenswerter.

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Zum Schluss noch was Triviales: was haben die alten Römer mit der Queen gemeinsam? Richtig, sie waren bereits in der Annenstraße zu Gast. Die Königin von England allerdings etwas später, wohlgemerkt, nämlich 1969, zusammen mit ihrer Tochter Anne. Wer jetzt allerdings glaubt, dass die Straße daher ihren Namen hat, liegt leider falsch. Namensgeberin war die ehemalige Kaiserin von Österreich, Maria Anna von Savoyen. Wissen macht Ah! – A wie Annenstraße.

Fotos: Alexander Fünck / Holding Graz

 


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