Karin Hirschmugl
 
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Sauberkeit als Passion

Wer die ganze Zeit nur die Sauberkeit im Kopf hat, leidet für gewöhnlich an einem Putzfimmel. Die MitarbeiterInnen der Holding Graz haben kein Problem damit, wenn man ihnen diese Eigenschaft nachsagt. Immerhin profitiert die ganze Stadt davon!

Rudolf Heinrich aus der Graz Abfallwirtschaft ist in Sachen Sauberkeit ganz vorne mit dabei. Im Recyclingcenter in der Sturzgasse koordiniert er, welcher Abfall wohin kommt. Denn der Großteil des angelieferten Abfalls besteht aus verwertbaren Stoffen: Glas, Kunststoff, Metall, Holz, Textilien – diese und andere Materialien werden sortiert und landen in Fabriken, wo sie weiterverwertet werden.

Das Recyclingcenter in der Sturzgasse ist das größte Abfallsammelzentrum Österreichs: 300.000 Einfahrten werden jährlich registriert. Die Kunden werfen ihren Müll in die vorgesehenen Behälter, die MitarbeiterInnen im Recyclingcenter sortieren noch einmal nach. Auch der Restmüll, den das Team der Abfallwirtschaft Graz  im ganzen Stadtgebiet einsammelt wird hierher gebracht, 65.000 Tonnen sind das jährlich zusätzlich. Für diesen „Putzfimmel“ erreicht die Graz Abfallwirtschaft bei der jährlichen Umfrage zur KundInnenzufriedenheit einen Notendurchschnitt von 1,5.

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Sauberkeit hat auch Ferdinand Schuster im Kopf, wenn er sein Fahrzeug in der Nacht durch die Grazer Straßen lenkt. Der Mitarbeiter des Graz Stadtraum räumt mit seinem 26-Tonner im Winter Eis und Schnee von den Verkehrswegen. Im Sommer macht er aus seinem Lastwagen ein Kehr- und Waschfahrzeug und putzt die Stadt sauber. Ferdinand Schuster arbeitet seit mehr als 20 Jahren in der Nacht – von 22 bis 6 Uhr. Und das mit Begeisterung: „Da kann man viel besser arbeiten, es ist weniger Verkehr und auch weniger Stress.“ Was ist ihm lieber: Sommer oder Winter? „Eindeutig der Winter. Wenn es so ab 10 bis 15 Zentimeter Schnee hat, freuen sich die Grazerinnen und Grazer auf uns, weil wir ihnen das Leben erleichtern.“

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Und auch für Werner Pirkner ist Sauberkeit ein wichtiges Thema. Er ist bei der Graz Wasserwirtschaft für die Projektplanung „Zentraler Speicherkanal“ verantwortlich und ist davon überzeugt: „Dieser Speicherkanal verbessert die Wasserqualität der Mur.“ Bis jetzt ist es nämlich so, dass sich viel Unrat und Fäkalien in der Kanalisation sammeln, wenn er in Graz zwei bis drei Wochen nicht regnet. Wenn dann der Regen endlich kommt, nimmt er mit einem Schwung das Material mit, das dann ungeklärt in der Mur landet. Damit das nicht so weitergeht, wurde bereits der erste Abschnitt des Zentralen Speicherkanals zwischen der Kläranlage Gössendorf und der Hortgasse gebaut. Die nächste Etappe führt dann von der Hortgasse bis zur Radetzkybrücke und soll 2021 fertig gestellt sein. Insgesamt wird der Speicherkanal 10,5 Kilometer lang sein. Werner Pirkner, der in einigen Wochen von seinem Kollegen Peter Zorko unterstützt wird,  berechnet auch, wie die Abwässer in die Kläranlage Gössendorf fließen werden. Für die Grazerinnen wird der Zentrale Speicherkanal als riesiges Bauwerk kaum spürbar sein, weil er endlich der Murböschung im Erdreich versenkt wird. „Bemerken werden die Menschen allerdings, dass das Wasser in der Mur viel sauberer sein wird.“

Fotos: Emanuel Droneberger / Holding Graz

 


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