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Alexander Fünck
 
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Scary – 5 geist(er)reiche Orte in Graz

Dass es in Graz an allen Ecken und Enden zu spuken scheint, ist für eine Stadt mit so langer Geschichte nicht wirklich überraschend. So soll es im Eggenberger Schloßpark eine “Ahnfrau” geben und nach Einbruch der Dunkelheit im Wald um den Hilmteich “nicht ganz geheuer” sein. Was uns als Kindern schon den einen oder anderen Beistrich in die Unterhose zauberte, fesselt uns auch heute noch: Nette kleine Geistergeschichten…

Schloss Eggenberg

Jedes Schloss, dass etwas auf sich hält, sollte zumindest einen Geist beherbergen. Und so scheint es nur logisch, dass das schönste Barockschloss der Steiermark, von den Fürsten von Eggenberg im 17. Jahrhundert dem spanischen Königsschloss “Escorial” nachempfunden, auch mit einem “waschechten” Hausgeist aufwarten kann – der Ahnfrau der Eggenberger! Dazu erzählt man sich folgende Geschichte: Wer in früheren Jahrhunderten durch den Eggenberger Schloßpark wandelte, konnte mitunter einen modrigen Geruch wahrnehmen und mit etwas Glück auch einen Blick auf eine kleingewachsene Frauengestalt in altmodischer Kleidung erhaschen, welche ihr fahles Antlitz hinter einem Fächer zu verbergen suchte. Meist erschien der Geist als Unglücksbotin vor einem Todesfall in der Familie der Fürsten von Eggenberg. Seit dem Aussterben der Eggenberger, Anfang des 18. Jahrhunderts, wurde die Erscheinung allerdings nicht mehr gesehen. Aber wer weiß das schon genau?

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Heimat der Ahnfrau: Das Schloss Eggenberg in Graz

Chinesischer Pavillon – Schloßberg

Der als “Chinesischer Pavillon” bekannte Bau unterhalb der Kanonenbastei präsentiert sich heute eher als romantischer Ort für Verliebte. Zahlreiche Namen von Pärchen finden sich für die Ewigkeit ins Holz geritzt auf den Bänken des kleinen Gebäudes. Der heutige Bau entstand um 1890 und ersetzte eine Weinlaube aus der romanischen Epoche des Schloßberges. Der Volksmund erzählt sich, dass in früheren Zeiten besonders viele Selbstmorde in der Umgebung des Pavillons passierten, so sollen sich unglücklich Verliebte von hier aus in die Tiefe gestürzt haben. In so mancher sommerlichen Vollmondnacht, soll man bis heute noch das Schluchzen unerlöster Seelen hören können.

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Romantischer Ort mit unheimlicher Vergangenheit: Der “Chinesische Pavillon”

Franziskanerplatz

Wo heute flaniert und in lauen Sommernächten in Gastgärten so manch kühle Erfrischung inhaliert wird, verlebten vor rund 500 Jahren zahlreiche Verurteilte ihre letzten Minuten. Der heute so beliebte Innenstadt-Platz war damals nämlich Richtstätte und die heutige Davidgasse, welche die Verbindung zum Hauptplatz bildet, hieß in früherer Zeit “Blutgasse”. Durch eben diese Gasse wurden die Deliquenten zum Henkersbeil geführt, um dann vor der johlenden Menge sprichwörtlich “einen Kopf kürzer” gemacht zu werden. Am Beginn der Murgasse, kurz bevor diese in die Erzherzog-Johann-Brücke mündet, wurde am 23. April 1471 Andreas Baumkircher, ein rebellischer Heerführer und Habsburg-Gegner, enthauptet.

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Heute ein Ort fröhlicher Geselligkeit: Der Franziskaner Platz

Leechwald

Der Leechwald im Osten des Grazer Stadtgebietes, ist vor allem als beliebtes Naherholungsgebiet bekannt. Wer heute an warmen Sommertagen durch den Grazer Leechwald spaziert, ahnt jedoch nicht, dass er sich inmitten eines riesigen, längst vergessenen Friedhofes bewegt. Im Waldgebiet zwischen Mariatrost und Landeskrankenhaus finden sich nämlich zahlreiche Hügelgräber aus der Keltenzeit. Und wo Tote liegen, da wandeln bekanntlich auch Geister, oder so. Es gilt bis heute unter Grazer Jugendlichen als besondere Mutprobe, sich nachts in den Leechwald zu wagen.

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Der Leechwald beim Hilmteich ist nicht nur Wald, sondern auch Friedhof.

Kalvarienberg

Seit dem 17. Jahrhundert befindet sich auf dem sogenannten “Austein” im Grazer Stadtbezirk Gösting ein mit Kreuzwegstationen angelegter Kalvarienberg. Die Anlage war die erste ihrer Art im Habsburgerreich, von den ursprünglich 14 Stationen sind heute jedoch keine mehr erhalten. Schon mehrmals haben Besucher der Anlage über sonderbare Vorkommnisse berichtet. So sollen unter anderem “beklemmende Gefühle” aufgetreten und sogar Verschiebungen im “Raum-Zeitgefühl” spürbar gewesen sein. Wie auch immer: Einen Besuch ist der Grazer Kalvarienberg allemal wert, ob tagsüber oder nach Einbruch der Dunkelheit!

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So manches Erlebnis am Kalvarienberg brachte nicht nur die Heiligen zum Heulen.

Fotos: Tobias Weigl / Holding Graz

 


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