Kevin Griebaum
 
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Scha(n)de: Vandalismus bei den Holding Graz Linien

Es ist schon traurig, zu sehen, wie viel in den Holding Graz Linien mutwillig zerstört wird. Bus und Bim sind oft Opfer von Vandalismus und Zerstörungwut. Eine Zusammenfassung und ein Lokalaugenschein bei den Grazer Öffis.

Wahrscheinlich hat es jeder von uns schon einmal erlebt: nach einem langen, harten Arbeits- oder Schultag will man nur mehr nach Hause. Eventuell muss man eh noch ein, zwei Mal umsteigen und ist von Haus aus nicht besonders angetan von der Fahrt zwischen Bürosessel und heimeliger Couch. Aber was dann den Vogel abschießt, ist ein Zustand in den öffentlichen Verkehrsmitteln, der nicht gerade einlädt, sich hier wohl zu fühlen.

Was klar ist: die eben beschriebene Situation ist schon ein wenig überspitzt ausgedrückt. Wovor Bus und Bim aber noch immer nicht gefeit sind, sind Zerstörung und absichtliche Verschmutzung.

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Graffitis zählen zu den „Klassikern“. Sprayer brechen in das Remisengelände ein, um Straßenbahnen und Busse mit Logos und Tags zu beschmieren. Außerhalb, aber auch innerhalb der Fahrzeuge stößt man immer wieder beim Kontrollieren auf Schriftzüge, die nicht da sein sollten. Die restlose Entfernung der Farbe ist mitunter sogar unmöglich, etwa wenn Sitze besprüht werden.

Tiefgreifende Schäden wie Kratzer werden durch Neubeschichtung im Zuge von Hauptrevisionen größtenteils eliminiert. Auch Scheiben werden nächtens und tagsüber eingeschlagen, beschädigt oder besprüht. Diese werden mit den beschädigten Sitzen unmittelbar getauscht. Kinnschutz (in Bussen) und Haltegriffe werden zerschnitten und müssen ersetzt werden. Was ebenfalls lästig ist: Nothämmer werden oft entwendet und müssen dann ersetzt werden. Um in Zukunft Schäden dieser Art zu minimieren, soll ein Wachdienst bei den Remisen eingesetzt werden.

Und was jedes Jahr immer wieder passiert, sind die „traditionell“ starken Verschmutzungen an besonderen Tagen wie Fasching oder Halloween, nach denen besonders gründlich gereinigt werden muss.

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Da die Vandalen nur selten ausgeforscht werden können, wird jetzt vor allem auf die Videoüberwachung in Bussen und Variobahnen gesetzt. Sie sollen zur Schadensminimierung beitragen – immerhin betragen die Kosten zur Bereinigung bzw. Beseitigung der Schäden jährlich etwa 30.000 Euro bei Straßenbahnen bzw. 25.000 Euro bei Bussen. Die Summen ergeben sich aus Ersatzteilen, Reinigungsmitteln und Arbeitszeiten.

 


8 Kommentare

21/02/2014

Sehr geehrte Holding,

halte es eigentlich nicht für besonderes clever, hier den Tätern durch solchen einen Artikel (v. a. durch die Bilder) noch eine größere Öffentlichkeit zu geben – das ist ja letztlich das Ziel der “Sprayer”.

Sinnvoller wäre, die Betriebsanlagen besser zu schützen – z. B. bei der Remise III den Zaun deutlich zu erhöhen und vielleicht die wertvollen Neufahrzeuge, die in der Steyrergasse am Freigelände stehen, demnächst in die Remisenhalle zu transferieren …

Außerdem fragt man sich, was Videoüberwachung und Vordereinstieg wirklich bringen, wenn das jetzt plötzlich so ein großes Problem geworden ist?

Antworten
    21/02/2014

    Hallo Hubert,
    alle Straßenbahnen am Remisengelände können aus Platz- und fahrplantechnischen Gründen nicht in die geschützte Remisenhalle überstellt werden. Auch die Fahrzeuge in der Halle sind nicht geschützt, da auch hier eingebrochen wird.
    “Plötzlich” ist das auch kein Problem, sondern ein schon lange existierendes, das durch die Videoüberwachung entschärft werden soll. Dies ist allerdings ein laufender Prozess, der nicht von heute auf morgen wirksam wird (Ausbau, Nachforschung, etc.)
    Beste Grüße!

    Antworten
21/02/2014

Ich spreche mich zwar eindeutig gegen jede Form von Sachbeschädigung aus,
jedoch muss man aus ästhetischem Gesichtspunkt schon auch fragen,
ob nicht ein Graffiti auf einem Wagen attraktiver ist, als die Werbung.
Dass Videoüberwachung in allen Bussen und Straßenbahnen jedoch irgendetwas für die BürgerInnen ändert,
halte ich für einen Witz. verhindert werden kann dadurch kein Vandalismus,
abschreckend wirkt es mMn kaum, und wegen einem aufgeschlitzten Sitz wird auch keine Fahndung eingeleitet,
um die TäterInnen anhand von Videoaufnahmen zu stellen.
Für mich sind das weitreichende Legitimierungsversuche für weitergreifende Überwachung.
Man sollte sich mal ansehen, WO man in Graz überall gefilmt wird, im öffentlichen Raum.

Ich bin als Frau oft allein durch Osteuropa, Spanien und Portugal gereist, habe dort nachts draußen allein geschlafen
und mich selten irgendwo sicherer gefühlt, wie in Graz.

Ich denke es liegt auch sehr daran, WOHIN man schauen will.
In großen urbanen Zentren gibt es eben Zerstörung,
Aufklärung und Sozialprogramme sind da sicher nachhaltiger als Videoobservation.

Das ist für mich lediglich ein Ablenkungsmanöver von den tatsächlich politisch relevanten Themen, die behandelt werden sollten.

Das Freihandelsabkommen, die Grazer Verbotspolitik und und und.
Aber wenn man wegen ein paar Kiddies unkt, die irgendwas im Bus zerstören, bleibt nicht mehr viel Ressource fürs Relevante.

Der Augarten zum Beispiel ist nach dem Augartenfest jedes Mal ein Desaster. Die Reinigung und Regeneration der Flächen wird aber nicht angklagt, denn das ist mit einem wirtschaftlichen Erfolg verknüpft.

Ich bin die letzte, die gegen Feste im öffentlichen Raum wettert, dennoch:
wiegesagt: es hängt davon ab, wohin man schaut.

Antworten
    24/02/2014

    Hallo Susanne!
    Durch die Videoüberwachung konnten schon einige Fälle von Vandalismus nachverfolgt werden, wonach die Täter zur Rechenschaft gezogen wurden.
    Beste Grüße!

    Antworten
21/02/2014

Erstens verhindert Videoüberwachung das Sprayen nicht, zweitens dient es der Aufklärung nicht, da sich Sprayer spielend leicht mit Mützen oder Kapuzen davor schützen können und drittens ist es völlig unverhältnismäßig, halb Graz wegen ein paar tausend Euro Schaden zu überwachen.

Antworten
22/02/2014

Was würden wohl all die lieben Menschlein, welche hier Schaden am Allgemeingut anrichten, dazu sagen,würde man sich in der gleichen Weise an ihren privaten Dingen vergreifen? Leider leben wir bereits in einer Welt, in der es keinen Respekt mehr für die Werte anderer mehr gibt. Dazu kommt leider auch die Tatsache, dass unser Strafvollzug für solche Dinge, bei weitem zu human für solche Täter ist. Man muss doch den armen hirnkranken Leuten ein Ventil für ihren übergroßen Frust am Leben und dessen Herausforderungen bieten.
Zu traurig diese Zeiten, wo man schon alles wegsperren und überwachen muss. Alle Präventativ-Maßnahmen,stehen auf hölzernen Beinen., solange der Gesetzgeber (sollten wir nicht hier auch ein Wort dazu sagen dürfen?), keine geeigneten Mittel aufwendet um solche Delikte hintanzuhalten.
Hier wäre es sicher angebracht, nicht immer milde vorzugehen sondern mit angebrachter Härte, zum Beispiel durch ein simples mathematisches Rechenbeispiel : “Schadenssumme mal 3”. Bei einer Schadenssumme von angenommenen 3000.-Euro, muss ein Äquivalent von 9.000.- Euro in Arbeitsstunden für die Allgemeinheit, erbracht werden. Die festgestellte Schadenssumme, müsste natürlich auch rückerstattet werden. Damit würde man sicherlich einen eklatanten Rückgang, dieser mutwilligen Beschädigungen erreichen.

Antworten
22/02/2014

“Elvis” und “Rask” schaun gut aus. Das mittlere Bild ist eine Schmierei.

Die Straßenbahnen & Busse könnten ruhig bunter sein anstatt mit Unternehmenswerbung zu geplastert zu sein.

mfg
Koarl

Antworten
27/02/2014

Ich bin 7 Jahre mit den Buss selber gefahren. Mann darf zu den Fahrgästen nichts sagen,die
Fahrer und Fahrerinnen sind ja dann sehr unfreundlich.
Wenn ein anderer Fahrgast was sagt wird der Attakiert oder Beschimpft. Ich fahre jeden Tag zur Arbeit,
und sehe sehr viele Sachen was in der Strassenbahn und in den Bussen zugeht.
Gestern wie ich nach der Arbeit nach Hause gefahren bin habe ich zu einenFahrgast ganz höflich gesagt ob er die Füße herunternehmen
möchte ich in das Bein getreten und ausgelacht. Die anderen Fahrgäste die das gesehen haben, haben nur gesagt das hat man jetzt davon. Und der Fahrer hat nichts Unternommen.

LG Hr. Wind

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