Alexander Fünck
 
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Schöckl: Happy Birthday, Stubenberghaus!

Der 15. September 1890 war ein überdurchschnittlich warmer Spätsommertag. Fast konnte man meinen, auch das Wetter hätte seine Freude am neuen Stubenberghaus. Das in den Jahren 1889/90 erbaute Schutzhaus wird vom Österreichischen Alpenverein betrieben und ist seit 1990 die einzige unter Denkmalschutz stehende Schutzhütte im Alpenraum. Im Juni 2001 wurde das Stubenberghaus vom Bundesdenkmalamt in Wien sogar zum „Denkmal des Monats“ erkoren. Anlässlich des 125. Jahrestages ging am 25. Mai eine Geburtstagsparty über die Bühne.

Es war der K. u. K. Architekt Friedrich Sigmundt, welcher die Pläne für das Stubenberghaus ersonn, zu Papier brachte und schließlich auch Realität werden ließ. Der Sohn eines Seidenfabrikanten studierte an der Technischen Hochschule in Wien und war unter anderem bei Otto Wagner tätig. Die Pläne für den Neubau des Grazer Traditionskaufhauses Kastner&Öhler aus dem Jahr 1894, entstammen ebenfalls dem kreativen Kopf des Jugendstil-Architekten. Finanziert wurde der Bau des Stubenberghauses durch die Stadt Graz. Diese machte es dabei allerdings zur Bedingung, dass das Gebäude von Graz aus zu sehen sein müsse. Dass dies natürlich auch umgekehrt der Fall ist, macht heute den wunderbaren Ausblick von der im Jahr 1936 erbauten Südterrasse des Hauses aus. Einen schöneren Blick auf Graz hat man wohl nur vom Flugzeug aus. Im Jahr 1930 wurde das Gebäude bereits elektrifiziert, ein Novum für eine Schutzhütte der damaligen Zeit.

Stubenberghaus_Alpenverein

Doch auch die schönste Schutzhütte kommt in die Jahre und so wurde im Frühjahr 1999 ein internationaler Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Dabei ging das Projekt des Grazer Architekten Karl-Heinz Winkler als Sieger hervor. Besonders wertvoll war dabei sein Umgang mit der alten Bausubstanz unter Einbeziehung von neuen, infrastrukturellen Gebäudeteilen an der Nordseite. Zu der bereits bestehenden Südterrasse, wurden westlich und östlich zwei weitere Besucherplattformen hinzugefügt. Die bestehende Lärchenholzverkleidung des Gebäudes wurde ebenfalls nach historischem Vorbild erneuert. Doch auch die Statik des alten Gebäudes musste einer Anpassung unterzogen werden. Insgesamt wurden 60 Leimholzstützen für die Sicherung der Blockwände eingelassen, die südseitige Gebäudewand mit Hilfe von Spritzbeton und der Anbringung mehrerer Felsanker stabilisiert. „Die Sektion Graz-Österreichischer Alpenverein erhält mit dem sanierten Stubenberghaus ein Werk, das in Schönheit und Inhalt gleichsam überzeugt!“ urteilte das Österreichische Bundesdenkmalamt abschließend. Heute stehen dem Besucher 15 komfortable Zimmer, 3 gemütliche Stuben, sowie ein modern ausgestatteter Seminarraum zur Verfügung.

Stubenberghaus_Alpenverein

Am Sonntag, 25. Mai 2014 wurde schließlich der 125. Geburtstag des altehrwürdigen Gemäuers gefeiert. Die Pächterfamilie Grohs ließ dafür eigens ein Festzelt auf der Westseite des Hauses aufziehen, die Kapelle des Musikvereins St. Radegund lud zum Frühschoppen und „die Edlseer“ gaben ein Benefizkonzert.

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Fotos und Text: Alexander Fünck / Holding Graz

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