René Knabl
 
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Schwimmbadtest deluxe – Die Auster im Prüfstand

Das erste Mal in Graz. Das erste Mal in der Auster. Der Schwimmbadkritiker ist sechs Jahre alt, heißt Florian, kommt aus Mautern und ist zufällig mein Cousin. Da er das Schwimmbad in Mautern bereits öfters beurteilt hat, steht nun das Freibad in Eggenberg auf seiner Liste. Vielleicht habe ich ihn auch aufgrund meiner Erzählungen von den Grazer Freibädern dazu animiert. Jedenfalls wird er  auch die Auster genauestens unter die Lupe nehmen. Trampolin, Spielplatz und das Kinderbecken im Außenbereich der Badeoase werden fachmännisch bewertet.

Um 9 Uhr treffe ich den berühmt berüchtigten Schwimmbadtester vor dem architektonischen Meisterwerk nähe des Schloss Eggenberg. Der erste Eindruck fällt gut aus! Seine blauen kindlichen Augen sind begeistert von dem grazil gestalteten Gebäude. Nachdem wir bei den Badekassen vorbei in die Umkleideräume gehen, steuert Florian direkt auf die Rutschen im Freien zu. Wasserrutschen zählen zu seinem Fachgebiet, erklärt er. Das Wichtigste sei, dass Schnelligkeit, Einzigartigkeit und der Wow-Faktor gegeben sind.

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Glücklicherweise ist an diesem Tag keine lange Warteschlange vor der Rutsche und somit kann er in kürzester Zeit sowohl die Wellen- als auch die Röhrenrutsche gleich mehrmals prüfen. Nach jeweils fünf Rutschdurchläufen genehmigt sich Florian eine kleine Pause abseits des Kinderbeckens in der Wiese. Eingewickelt in Badetüchern und mit einem Keks in der Hand gibt er uns sein erstes Fazit: Die Röhrenrutsche war zwar etwas kurz, aber schneidet trotzdem mit 4 von 5 Punkten ziemlich gut ab. Die Wellenrutsche hat es dem Schwimmbadkritiker etwas angetan. Er vergibt die volle Punktzahl, weil man schnell beschleunigt und der wellenförmige Aufbau einem den „Kick“ gibt.

Nach einer kurzen Trink- und Esspause wird das zweite Angebot kritisch betrachtet: die Trampolinanlage. Alle acht Trampolinflächen werden sehr genau inspiziert. Ich bin von der Hüpffähigkeit des Sechsjährigen verblüfft. Er springt mit lachendem Gesicht so hoch, als ob er täglich Trampolinanlagen testen würde. Als ich mich selbst auf der Hüpffläche versuche, komme ich an seine Sprünge nicht ran. Auch das Trampolin hat ihm sehr gut gefallen und bekommt wieder 4 von 5 Punkten.

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Im Anschluss erblickt Florian unseren Spielplatz, der gleich neben dem Trampolin aufgebaut ist. Eine Kletterwand, an Ketten hängende Holzblöcke und eine Rutsche, die einem den Abstieg erleichtert, runden den Spielspaß ab. Und auch die Bewertung kann sich sehen lassen: 5 von 5 Punkten!

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Als Florian nach der Freude am Spielplatz wieder auf seinem Badetuch sitzt, zeigt er entschlossen auf das Kinderschwimmbecken. Anscheinend eine Aufforderung an mich, ihn mit meiner Kamera zu begleiten. Ich steige langsam ins Wasser, da es doch vom Regen etwas abgekühlt wurde, doch Florian springt mit vollem Elan ins Becken hinein. Wie ein kleiner Fisch schwimmt er am Beckenrand entlang. Etwas später frage ich ihn, ob er die andere Seite des Beckens auch erkunden möchte, doch als er erfährt, dass dort nur eine Wassertiefe von 60cm sei, lehnt er dankend ab.

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Die Sonne kommt hinter den Wolken hervor. Es ist jetzt 12 Uhr mittags. Der Bauch des Schwimmbadkritikers knurrt laut. Also begeben wir uns in die Kantine und bestellen ein Wiener Schnitzel mit Pommes – sein Leibgericht! Die Küche wird ebenfalls mit der vollen Punktzahl belohnt. Als das Riesenwiener brav verspeist wurde, endet unser Schwimmbadtest. Doch für das Feedback suche ich einen besonderen Ort aus, an dem er ebenfalls noch nicht war – den Schlossberg.

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Mit der Schlossbergbahn gelangen wir zum Gastgarten und bestellen ein Eis. Nach meiner Frage, wie es ihm gefallen hat, sagt er: „Das Trampolin war super und der Spielplatz war auch nicht so schlecht. Auch das Schnitzel hat gut geschmeckt. Das Schwimmbecken könnte ruhig etwas größer und tiefer sein. Am besten hat mir aber die Wellenrutsche gefallen, die auch etwas länger gemacht werden könnte.“ Puuh, er vergibt unserem Bad 4,5 von 5 Punkten. Glück gehabt!

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Links:

Fotos: René Knabl / Holding Graz

 


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