tag.werk Verkäufer Mario
 
Bianca Riedl
 
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tag.werk: Stylisches soziales Engagement aus Graz

tag.werk, ein Jugend-Beschäftigungs-Projekt der Caritas bringt das Konzept des „Upcyclings“ auf eine ganze neue Stufe. Die Holding Graz darf sich nunmehr seit beinahe einem Jahrzehnt zu den Kooperationspartnern von tag.werk zählen, ein Projekt, in dem Nachhaltigkeit und soziales Engagement Hand in Hand gehen.

Ich kaufe nie wieder FREITAG-Taschen. Mach ich nicht. Ok, ich liebe meine drei bunten Messenger Bags aus LKW-Planen des Schweizer Labels. Seit beinahe 10 Jahren laufe ich schließlich damit durch Graz. Aber seit dem heutigen Tag hat mein Taschen-Faible eine neue, ortsansässige Richtung eingeschlagen: nämlich eine mindestens ebenso Nachhaltige, um einiges Umweltschonendere (zwecks CO2-Verbrauch Graz versus Zürich) und designmäßig Coolere. Ganz ehrlich und keine Schleichwerbung: Wer auf 100% individuelle Taschen steht und dabei auch noch was Gutes tun will, sollte sich den Shop in der Mariahilferstraße 13 in Graz in die Navi-Favoriten einspeichern. Die Rede ist vom tag.werk-Shop, den ich letzte Woche besuchte, um als Redaktions-Fashionista Hintergrundinfos und Eindrücke des Holding Graz Kooperationspartners zu sammeln.

tag.werk Taschen soweit das Auge reicht

Pimpen statt Putzen

tag.werk ist ein Jugend-Beschäftigungs-Projekt, initiiert von der CARITAS. Das junge und sympathische Team zeigt mir die Produkte, die sich ganz dem Konzept des Re- und Upcyclings verschrieben haben. Zum Beispiel iPad Sleeves mit Hosenträgern, T-Shirt Schals oder Shorts aus Spitzenvorhängen und Taschen aus Markisen, Lederjacken oder Werbe- bzw. Zelt-Planen (bei letzteren wird auch kein Hehl daraus gemacht, dass man sich die Produkte von FREITAG zum Vorbild genommen hat. Warum auch? Ist ja schließlich eine coole Idee…) Gefertigt werden die Produkte in der eigenen Werkstatt über dem Shop, von Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren. Nach ihren Vorstellungen und kreativen Eingebungen nach dem Vorbild eines Grazer Designer, Michi Eisner, der die Prototypen jeder Linie entwirft.

Genäht werden die tag.werk Taschen mit Industrie-Nähmaschinen

Ich beobachte das geschäftige Treiben in der Werkstatt und plaudere ein wenig mit den Jugendlichen. Bei meiner Frage, ob schon jemand zuvor nähen konnte, wird milde lächelnd der Kopf geschüttelt. Zu oft wurden sie das schon gefragt. „Das lernt man ganz schnell“, verrät Kerstin und erklärt, „die erste Tasche ist die so genannte Motivationstasche. Die darf man für sich selbst nähen, nach den eigenen Vorstellungen.“ Hier wurde anscheinend was richtig gemacht. Denn das 2003 gestartete Projekt tag.werk soll das kreative Potential der Jugendlichen fördern. Bis dahin bestand Jugend-Beschäftigung ausschließlich aus Reinigungsdiensten und Massen-Postversand.

Caritaspräsident Franz Küberl mit den Holding-Vorständen und tag.werk-Mitarbeiterinnen

Holding Graz werkt fleißig mit

Neben dem Verkaufsumsatz des Shops wird tag.werk durch öffentliche Fördergelder, z.B. von der CARITAS finanziert. Vor allem aber auch durch Zuwendungen von Unternehmen, die ihrer sozialen Verantwortung nachkommen. Einer der Hauptsponsoren ist die Holding Graz, die das Projekt seit 2005 unterstützt. Es war ein Wunsch des Vorstandes einem jungen Projekt unter die Arme zu greifen: „ Soziale Verantwortung nimmt in unserem Konzern einen breiten Raum ein. Es ist uns ein großes Anliegen, jungen Menschen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu ebnen“, meinte schon damals der Vorstand der Holding Graz. So wird es auch im Nachhaltigkeitsbericht des Konzerns festgeschrieben. Dementsprechend wurde die Zusammenarbeit mit tag.werk in den vergangenen Jahren immer wieder verlängert.

Individuelles Design bei tag.werk

Individualität statt Massenabfertigung

Und genau diese Förderfelder aus der Wirtschaft machen das Konzept von tag.werk zu dem was es ist, erklärt man mir. Denn bei den meisten Programmen aus öffentlicher Hand wird den Teilnehmern ein fixes Muster vorgegeben mit einer feststehenden Laufzeit, an deren Ende die Vermittlung in die Arbeitswelt steht. Die Besonderheit bei tag.werk ist, dass auf die individuellen Entwicklungslaufbahnen der Jugendlichen eingegangen wird, auf deren Stärken und Schwächen, ohne sie in ein zeitliches oder organisatorisches Korsett zu zwingen. Das bedeutet nicht, dass hier ein Kommen und Gehen herrscht, wie es einem beliebt. Im Gegenteil: die Plätze sind begehrt, es besteht sogar eine Warteliste für die offenen Stellen (es sind 10 Näh-Arbeitsplätze). Dementsprechend wird die Arbeit ernst genommen, aber eben jede® TeilnehmerIn hat andere Lebensumstände. Angefangen bei jenen, die ihre Tätigkeit als Überbrückung sehen, weil sie bereits fix den Start einer Ausbildung vor Augen haben. Aber auch Jugendliche, die seit längerem Arbeit suchen oder ihre Lehre abgebrochen haben oder einfach jene, die optisch nicht der „gesellschaftsfähigen“ Norm entsprechen. Ein Paradoxon, wenn man bedenkt, wie sehr unsere Gesellschaft scheinbar nach Individualität zu streben scheint.

Eine Tasche von tag.werk gewinnen!

Vertrieben werden die Produkte im Grazer Shop in der Mariahilferstraße 13, im Webshop der CARITAS und auf diversen Messen für junge Mode und Nachhaltigkeit so wie auf der Designmesse Modepalast Wien oder auf der WearFair Linz.

Links:

 


6 Kommentare

16/02/2014

Ich finde die Aktion mit der Tasche ausgezeichnet und möchte eine solche gewinnen (oder erwerben).

Antworten
    18/02/2014

    Hallo Heinz,
    der/die GewinnerIn des Gewinnspiels wird von uns per Mail verständigt.
    Viel Glück und beste Grüße!

    Antworten
18/02/2014

ich finde die Taschen total lässig und möchte eine gewinnen

Antworten
    18/02/2014

    Hallo Hildegard,
    der/die GewinnerIn des Gewinnspiels wird von uns per Mail verständigt.
    Viel Glück und beste Grüße!

    Antworten
29/01/2015

Tag.werk…..eine super sache …tolle taschen…jede einzelne ein Schmuckstück
!!

Antworten
29/01/2015

jede einzelne Tasche ein Schmuckstück!!!

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