Kevin Griebaum
 
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Über Stock und Stein: Wege für Alle

Wo ein Wille ist, ist ein Weg. Ein Weg für Alle. Die Fusion von Stock-und-Stein und Barrierefreiheit. Seit Anfang Mai 2014 ist das österreichweit einzigartige Vorzeigeprojekt namens Wege für Alle vollständig abgeschlossen worden. Fünf Jahre Bauzeit und vier Bauabschnitte später können nun Menschen mit und ohne Handicap barrierefrei am Schöckl wandern. Ein Lokalaugenschein, der Mut zu mehr solcher Projekte machen soll.

Am Anfang war die Idee…

Begonnen hat alles im Jahr 2009 mit Klaus und Ursula Vennemann von der Lebenshilfe Graz und Umgebung. Sie hatten die Vision, dass der Grazer Hausberg für alle zugänglich gemacht werden muss. Geboren war die Idee der Wege für Alle, ein spezieller 3,4 Kilometer langer Holzpfad, der den Ost- und Westgipfel des Schöckl verbindet. Speziell in meherer Hinsicht: “er entspricht den schweizer Richtlinien für Rollstuhlwege und um den sensiblen Almboden nicht zu schädigen, wurden Forstwege mit staubfreiem Recyclingmaterial befestigt“, betont Ursula Vennemann.

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Beliebtes Ausflugsziel für Menschen allen Alters

Wer nun aber glaubt, die Wege für Alle sollen nur für Rollstuhl-Fahrer gedacht und werden nur von ihnen genutzt, der ist wortwörtlich auf dem Holzweg. Auch für Rollatoren und Kinderwägen eignen sich die Wege für Alle perfekt. Franziska Grünwiedl weiß darüber bestens Bescheid. Die junge Mutter hat einen eineinhalb  jährigen Sohn und schätzt das Projekt: “Woanders kann ich mit Kinderwagen eigentlich nicht spazieren gehen, weil das Gelände unzugänglich ist. Den Kleinen muss ich dann tragen, das macht schnell müde. Und der Kleine kann auch herumlaufen, das könnte er im restlichen Gelände nicht so”, freut sie sich.

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Das Rad muss sich drehen…

Barrierefreiheit am Schöckl geht aber über die Wege für Alle hinaus. Bereits 1995 wurde die Seilbahn umgebaut, Tal- und Bergstation wurden barrierefrei gestaltet und bekamen eine Behinderten-Toilette. Mobilitätshilfen und E-Rollstühle stehen bei der Bergstation leihweise zur Verfügung. „Am Plateau wurden 900 Quadratmeter Pflaster verlegt, um auch die Gastronomie barrierefrei zu gestalten“, sagt Mit-Initiator Klaus Vennemann stolz.

Die Wege für Alle richten sich also nicht nur an Menschen mit Behinderung, sondern zielen vielmehr auf ein universelleres Ziel ab: die Schönheit des Schöckls allen zugänglich zu machen. Ob Kleinkind, RollstuhlfahrerIn oder RollatorbenutzerIn – wir alle verdienen eine grandiose Aussicht.

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Weitere Infos:

Fotos: Alexander Fünck / Holding Graz, Enrico Radaelli / Holding Graz, Lupi Spuma

 


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