Studentin und Kinderanimatorin Nicole Birke in der Kinderbetreuung
 
 
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Von Tornados, Herzen und Einhörnern

Hier wird gepunktet, gestrichelt und radiert, Rot gegen Grün getauscht und eifrig nach Papier verlangt. Während die meisten Gäste sich an diesem Donnerstagvormittag in der Sonne räkeln oder das kühle Wasser genießen, tummeln sich auf der Liegewiese an die zehn Kinder an zwei Holztischen. Heute steht bei Kinderanimatorin Nicole Pirker Zeichnen am Programm. Wir waren dabei und haben ihr bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut.

„Warum zeichnest du eigentlich nix?“, werde ich vorwurfsvoll gefragt, während ich versuche, das bunte Treiben mit der Kamera einzufangen. Meine Kollegen Lisa und René haben sich einstweilen in weiser Voraussicht Buntstifte geschnappt und zu malen begonnen. Aber auch ihnen ergeht es nicht besser: „Du hast da den Weg vergessen!“, wird Lisa gerügt, die einen Wald malt. Und Renés Einhorn, das hat einen Hängebauch.

René Knabl und Lisa Ulrich beim Zeichnen im Augartenbad

Kaum mehr als eine Handvoll Kinder sind heute Vormittag zur Animationsstunde gekommen; das ist aber nicht immer so. „Wenn es richtig heiß ist, oder am Wochenende, kann es schon sein, dass ich am Tag so um die 40 Kinder betreue“, lacht Nicole Pirker. Die Studentin sieht auf den ersten Blick aus wie eine Eisverkäuferin: Sportpolo mit Logo einer Eismarke, Strohhut und Sonnenbrille. Doch die Kinder wissen, was es hier gibt: Spiel und Spaß mit der Studentin.

 Studentin und Kinderanimatorin Nicole Birke in der Kinderbetreuung im Augartenbad

„Ich habe eine riesengroße Kiste mit Spielen und Materialien, die ich verwenden kann“, erzählt Nicole, die Volksschullehramt an der Pädagogischen Hochschule studiert. Aus dieser Kiste sucht sie Woche für Woche neue Spiele und findet Anregungen für lustige Aktivitäten.

Über ihr Studium ist Nicole Pirker auch zum Job als Kinderanimateurin gekommen. „Da hat es so eine Art Casting gegeben und dann eine Einschulung, die ich im Eggenberger Bad absolviert habe.“ Damit und mit ihrer „Schatzkiste“ ist sie perfekt ausgerüstet, um den Kindern ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Von Dienstag bis Sonntag kümmert sich die junge Frau um die Kinder im Augartenbad – vormittags von 11 bis 12: Uhr und nachmittags von 13 bis 18:30 Uhr. Dass ihr diese Arbeit Spaß macht, sieht man Nicole Pirker an.

Ein Kind mit einer gezeichneten Blume im Aufgartenbad

Während die Studentin immer wieder Stifte und Papier austeilt, fachkundig die fertig gewordenen Kunstwerke begutachtet und die neu hinzugekommenen Kinder begrüßt, sind mittlerweile auch die Zeichnungen der zwei größten “Kinder” fertig geworden – und die müssen sich jetzt dem strengen Urteil der Kleinen stellen. An Renés Hängebauch-Einhorn gibt es auch nicht viel auszusetzen, doch dass Lisas Schmetterling sogar größer ist als die Bäume in ihrem Wald, sorgt für Nasenrümpfen. Aber auch nicht lange, denn mittlerweile sind alle Zeichnungen fertig, die Animationsstunde zu Ende – und das Wasser ruft.

Fotos: Clemens Wolf / Holding Graz

 


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