Wandern am Schoeckl_Titel
 
Bianca Riedl
 
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Schöckl: Wandern ist Marias Lust

Große ungläubige Augen und desillusioniertes Kopfschütteln… Lebhaft kann ich mich noch an den Moment erinnern, als ich meinen Studienkolleginnen folgendes „Geständnis“ machte: „Wandern am Schöckl, öh ja klar, hihi, war halt noch nie so richtig oben dort…“ Prompt folgte das Versprechen (das mir damals eher als Drohung erschien), dies so bald als möglich nachzuholen. Das darauf folgende Wochenende stand im Zeichen meiner Erstbegehung, der bis zum heutigen Tage noch zahlreiche Wanderungen folgten.

Was mich besonders am Grazer Hausberg beeindruckt: es wird nie langweilig. Denn es gibt genug Wander- aber auch Bike-Routen, die man ausprobieren, variieren und kombinieren kann. Und: man muss nicht unbedingt auf der Kurzwahlliste von Reinhold Messner stehen, um den Gipfel bezwingen können. Davon konnte ich auch Redaktions-Praktikantin Maria überzeugen. Wandern am Schöckl für einen Blog-Beitrag? Kein Ding!

Wandern am Schoeckl_Aufstieg

Gesagt, getan. Für den Gipfelsturn entscheiden wir uns für den Aufstieg über St. Radegund (etwa 20 km von Graz). Start ist die Talstation Schöcklseilbahn der Holding Graz Freizeitbetriebe. Zuerst hinauf durch den Wald, dann ein Stückchen entlang der Schöcklstraße und dann wieder auf den Waldweg. Wir queren mehrmals die Forststraße, um letztendlich auf jener zu bleiben und wechseln auf Höhe der Seilbahn auf die Lifttrasse.

Halterhuette am Schoeckl

Ausstiegspunkt ist die Halterhütte, die wie immer gut besetzt ist. Auf dieser Höhe sind wir allerdings noch nicht salonfähig. Ich spreche von hochroten Köpfen, durchgeschwitzten Shirts und der Hauptproblematik, keine verbale Bestellung tätigen zu können. Die Lifttrasse hat uns erst Mal außer Gefecht gesetzt, vor allem da wir eher raufgesprintet als gewandert sind. Auch Frauen kennen falschen Ehrgeiz… Und so setzen wir unseren Weg, dieses Mal etwas  gemächlicher, in Richtung Stubenberghaus weiter fort.

Wandern am Schoeckl_Chillen

Als Einkehr wählen wir die Terrasse des altehrwürdigen Stubenberghauses, wo wir uns eine herzhafte Leberknödel-Suppe gönnen. Gefolgt von einem Kaffee, den wir dekadenterweise auf den Holz-Liegen in der Sonne zu uns nehmen. Danach setzen wir die Wanderung Richtung Schöckl-Gipfelkreuz fort. Die Tatsache, dass das letzte Stück über das Schöckl Plateau verläuft und das Wort Plateau bereits eine gewisse Flachheit verspricht, macht aus der Wanderung eher einen Spaziergang. Aber was für einen! Die Aussicht ist atemberaubend. Am Gipfel geben wir uns das stille Versprechen, diese Tour so bald als möglich wieder zu wiederholen.

Wandern am Schoeckl_Aussicht

Es gibt immer was zu tun…

Hunger und Durst sind wohl die vorwiegenden Zustände, die einen plagen, ist man erst einmal am Plateau angekommen. Und Einkehrstätten rund ums Wandern am Schöckl gibt es genug: das denkmalgeschützte Stubenberghaus, der Alpengasthof Schöckl, s’Wirthaus am Schöckl, die Halterhütte, die Johann-Waller-Hütte sowie die Selbstversorgerhütte (an Wochenenden und Feiertagen bewirtschaftet.) Spektakulär sind natürlich die Paragleiter, deren Startplatz auf der Ostseite angesiedelt ist. Weniger schwindelerregend und auch familientauglicher: der „Hexenexpress“. Eine Sommerrodelbahn, die Kindern in abenteuerlichen Kurven den „schönen Schauder“ in die Knochen jagt. Wer eine koordinative Herausforderung sucht, ist bei einer Partie Disc Golf bestens aufgehoben. Ein erholsamer Spaziergang wartet auf Österreichs erstem barrierefreien Höhenwanderweg („Wege für Alle“), den die Lebenshilfe gemeinsam mit der Holding Graz initiierte. Und das Besondere ist, dass man sich bei der Bergstation kostenlos zwei Elektro-Rollstühle ausborgen kann! Freeride- und Downhill-Freaks kommen auf der diesjährig (2014) eröffneten Schöckl-Trail-Area auf ihre Kosten.

Und so könnten wir den Schöckl ebenfalls erklimmen (->bergfex)

  • Beim Postamt St. Radegund beginnt zum Beispiel der Quellenweg.
  • Der Standardweg ist der Weg Nummer 21 von der Talstation (Stubenbergweg) der Schöckl-Seilbahn in St. Radegund über das Alte Jägerhaus weiter zum Stubenberghaus.
  • Der Mariazellerweg (Wanderwege Nr. 06A / 730) startet bei der Haltestelle Stattegg, Andritz-Ursprung (Stadtbuslinie 53 über Kalkleiten) Erhardhöhe, den „Langen Weg“ zum Gipfelkreuz. Parallel führend dazu der Weg 730, der Voralpenweg.
  • Der sportliche Wanderweg Nr. 22 geht von der Ortsmitte St. Radegund (Ausgangspunkt Bushaltestelle St. Radegund, Postamt; Anfahrt mit Buslinie 250) über Willersdorf bis hinauf zum Schöcklbartl.
  • Weg Nr. 765 führt von St. Radegund bis zum Gasthaus Kreuzwirt in Willersdorf und Nr. 768 von St. Radegund bis Kickenheim.
  • Eine der seltener begangenen Routen auf den Schöckl (Nr. 20) führt vom Falschgraben in Stattegg (Haltestelle Stattegg, Huberwirt; Stadtbuslinie 53) über Kalkleiten, weiter auf dem “Langen Weg” Richtung Johann Waller Hütte und schließlich über die große Wiese im Westen auf den Schöckl.

Also gut, das nächste Mal „Wandern am Schöckl“ ist bereits fixiert, wobei gehen gar nicht stimmt. Wir werden das nächste Mal mit den Bikes unterwegs sein. Erwähnte Trail-Area werden Maria und ich aufgrund unseres amateurhaften Downhill-Know-Hows und aus Liebe zu unserer Gesundheit meiden. Dass es auch genug Mountainbike-Wege auf den Schöckl gibt, klären wir hier im Blog aber ein anderes Mal.

Fotos:
Emanuel Droneberger / Holding Graz

Links:

 


4 Kommentare

28/10/2014

Auch ich bekannt als Grazer Stadt Ziehharmonikaspieler liebe die Vielfalt der Wanderwege rund auf und um den Grazer Hausberg.Der Ausblick reicht im Westen von Ameringkogel und Zirbitzkogel.Etwas nördlicher dem Gleinalmspeik bis zur Mugel.Dann dem Reitingstock mit Grieskogel und Gösseck,dem Stadelstein und dem Eisenerzer Reichenstein.Man sieht links vom Reichenstein das Kaiserschild und rechts den Pfaffenstein rund um den Erzberg und Eisenerz.Wieder erwas nördlicher der Trenchtlingstock mit Hochturm,dann den Gries- und Ebenstein und weiter rechts hinten den Hochschwab mit 2277m.Dann nordöstlicher die Veitsch,weiter östlicher Schneealpe,Rax Stuhleck und Wechsel.Auf die jeweiligen Höhenangaben der Berge,die ich genauest weis,habe ich verzichtet.Ausblick vom Semriacher Kreuz am Westgipfel des Schöckels.Vom Schöcklkopf,dem Ostgipfel sieht man auch Zetz,Kulm und Rabenwaldkogel
Vor dem Hochschwabmassiv und östl.den Aflenzer Staritzen sieht man links den Hochtrötsch,leicht rechts hinter Semriach,dann weiter ziemlich genau im Norden den Röttelstein mit 1263m,die Rote Wand mit 1505m und etwas östl.den Hochlantsch,mit 1722m der höchste Berg des Grazer Bergkandes.Oberhalb von Fladnitz sieht man dann Heulantsch und Teichalm,weiter östlich oberhalb von Passail die Sommeralm mit Plankogel,weiter östlich Stuhleck und Hochwechsel.
SSW ist dann der Koralmspeik mit 2140m,nordwestlich sieht man auch in die Seckauertauern (Hochreichart,Geierhaupt usw)
Südöstl bis Südwestl beschränke ich mich auf den Bachern bei Marburg,vom Alpengasthof von Simon Klasnic sieht man dessen Flutlichtbeleuchtung!
Auch der Weg die grosse Wiese zum Schöcklsattel und dann über den Niederschöckl und die Schöcklschneid,herrliche Tiefblicke ins nördliche Graz geniessend,zum Theisslwirt ist urigst zu gehen.Der Jägersteig,beginnend bei der Schöcklstr.von Semriach kommend ist steil und schön zu gehen und naturbelassen.
Auch vom Schöcklkreuz,oberhalb von Schöcklbartl und Schöcklmautstr.Anfang zuerst Weg 22 Richtung Schöckl Bergstation,aber dann nach 1.5km links über die Weisse Wand auf den Schöcklkopf ist etwas steiler unf anspruchsvoller
Das von weitem sehende Schöcklplateau ist so 1,5km lang

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25/11/2014

Am Sonntag den 23.Nov bin ich von Stattegg,Fuss der Leber (Endstation 53 Stadtbus) um 12:06 Richtung Schöckl gestartet.Ich ging zuerst den steileren Steig bis zur Kalkleitenstrasse,dann ein Stück links abbiegend auf der Kalkleitenstrasse,ehe man dann wiederum rechts im Wald bis zum Schranken des Langen Weges geht.Dann weiter zur Steinmauer auf 1077m.Erst auf Höhe der Johann Wallerhütte auf 1170m hat man die Nebelmauer vollends durchbrochen und hat strahlenden Sonnenschein genossen.Wobei es in Graz den ganzen Tag grau in grau war und die Temperatur nicht mehr als 6 Grad hinauf ging.Am Schöckl oben hat es mind.14 Grad im Schatten,in der Sonne sicher noch um einiges mehr gehabt.
Wieder durch den Wald habe ich dann den Schöcksattel auf 1280m erreicht.
Der schönste Teil meiner Schöcklwanderung ist dann der herrlich sonnige Weg über die Große Wiese hinauf zum Semriacher Kreuz des Schöckls gewesen.Traumhafter Ausblick von Südwest bis Osten.Die Berggipfel haben aus dem dichten Nebelmeer (bei 1170m Seehöhe) wie Berginseln herausgeschaut!
Beim Gipfelkreuz waren sehr viele Leute und die Menschen schwärmten vom Ausblick und der herrlichen Sonne.Von 14:10 bis 16:10 habe ich die Zeit am Gipfel genossen und habe über 200 herrliche Fotos geschossen
Ein Wanderer aus Feldbach hat mir sogar seine SD-Karte gegeben,dass ich mit meiner Megazoom Kamera für ihn ein paar schöne Panoramafotos machen konnte.Um 16:15 habe ich dann einen herrlichen Sonnenuntergang genossen und fotographiert.Ich bin dann noch bis 18:00 über eine Stunde im Finsteren mit Stirnlicht hinuntergegangen,aber dass war es mir wert!
Beim Gasthaus Lärcherl hab ich dann noch einen Radler und einen Apfelstrudel genossen!
Dieser wunderschöne Sonntag wird mir sehr lange in Erinnerung bleiben!
Der Montag war dann genauso wunderschön am Schöckl wieder mit einer dichten Nebelschicht bei ca. 1170m!
Heute hab ich in der Webcam der Holding Graz mit Rundumblick am Schöckl gesehen,dass es auch oberhalb der Nebelgrenze stark bewölkt ist!
100te Menschen haben letzten Sonntag den Tag am Schöcklplateau genossen!

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25/11/2014

Jetzt um ca. 11:20 ist auch am Schöckl Gipfel oben dichtester Nebel!

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03/09/2016

“Eine der seltener begangenen Routen auf den Schöckl (Nr. 20) führt vom Falschgraben in Stattegg (Haltestelle Stattegg, Huberwirt; Stadtbuslinie 53) über Kalkleiten, weiter auf dem “Langen Weg” Richtung Johann Waller Hütte und schließlich über die große Wiese im Westen auf den Schöckl.”

Die Haltestelle Huberwirt ist falsch, 2 Stationen vorher, Sonnenhang ist richtig!

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