Dieter Demmelmair
 
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Wau! Was Graz mit der Schweiz gemein hat

Die Schweiz ist bekannt für ihre Uhren, den Käse, die Schokolade. In der knapp über 7.000 Einwohner zählenden Gemeinde Untersiggenthal im Kanton Aargau werden weder Uhren hergestellt noch wird Käse produziert.  Und die Schokolade kommt auch aus Fabriken, die überall, nur nicht in Untersiggenthal stehen. Aber dennoch ist die Gemeinde eine typische Schweizer Gemeinde. Denn auch in Untersiggenthal gibt es, was es so gut wie in jeder auch noch so kleinen Gemeinde der Eidgenossenschaft gibt: „Robidogs“.

Die grünen Mistkübel für Hundekot samt integrierten Sackerlspendern findet man in der Schweiz tatsächlich fast an jeder Ecke. So gesehen könnte Graz fast als Schweizer Gemeinde durchgehen  – gibt es doch bei uns mittlerweile rund 1.200 Papierkörbe im Grazer Stadtgebiet, an denen man „Sackerl fürs Gackerl“ findet – natürlich kostenlos. Seit exakt 10 Jahren bietet die Holding Graz (Abteilung Stadtraum) dieses Service für HundebesitzerInnen an.

200 Stück der rötlichen Sackerln stehen pro Spender zur Verfügung – und werden fleißig gebraucht. Ganze 48.000 (!) Sackerln werden pro Woche nachgefüllt. Nicht auszudenken, wenn die Hinterlassenschaft der Grazer Vierbeiner einfach so liegen bleiben würde. Da könnte man dann die Stadt wohl nur mehr mit Atemschutzmasken betreten …

Eggenberg und Wetzelsdorf als “Sackerl-Hochburgen”

Es sind übrigens nicht die Parks in und um die Innenstadt, in denen die „Sackerl fürs Gackerl“ am häufigsten verwendet werden – im Gegenteil: Laut den Beobachtungen der Stadtraum-MitarbeiterInnen muss in den Bezirken Eggenberg und Wetzelsdorf am häufigsten nachgefüllt werden. Die Zahl der Standorte wird übrigens laufend ausgebaut.

Und das ist gut so, trägt das doch auch zur Disziplin der HundebesitzerInnen bei. Die Sackerl sind gratis – nicht gratis aber ist es, wenn man die Hinterlassenschaft seines Vierbeiners nicht entsorgt. Die MitarbeiterInnen der Ordnungswache werfen nämlich laufend ein Auge auf HundebesitzerInnen und haben auch Sackerln mit, falls die Ausrede kommt, man habe keines mit. Funktioniert diese Aufforderung nicht, hat die Ordnungswache auch die Möglichkeit, ein Organstrafmandat zu verhängen, bis hin zur Anzeige. In 98 Prozent der Fälle reicht jedoch das Erinnern und die HundebesitzerInnen räumen brav weg.

Wasserbomben statt Hundekot

Die Sackerln landen übrigens im Restmüll. Derzeit sind sie noch aus Polyethylen, es werden aber gerade auch biologisch abbaubare Sackerln getestet. Die werden dann vielleicht nicht mehr so genutzt, wie es manche Zeitgenossinnen und Zeitgenossen gerne tun – nämlich als Wasserbomben oder zum Einfrieren …

Mehr Infos gibt es hier!

Fotos: Foto Fischer/Stadt Graz (2), Patrizia Kleewein/Holding Graz

 


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