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Bianca Riedl
 
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Nicht anschwitzen: Saunaaufguss vom Wellness-Experten zum Nachmachen

Urlaub mit den Mädels, ein Hotel mit Sauna-Landschaft. „Die probieren wir heute Abend aus!“ ist schnell gesagt und problemlos reserviert. Aber: es gibt keinen Saunameister. So sitzt man bedächtig zusammen in der heißen Kabine, das „Handtuch-Gewachle“ der Redensführerin ist weit von einem ordentlichen Saunaaufguss entfernt. Damit ist Schluss. Saunameister und Wellness Experte Gerald hat mir in der Auster die Nachmach-Tipps für den perfekten Saunaaufguss verraten. Schwitzt euch nicht an, ich verrate sie euch natürlich!

Handtuch-Akrobatik: Tipps für den perfekten Saunaaufguss

Eines vorweg: dieser Blog wurde nicht im Bikini verfasst und auch nicht ohne. Das war zumindest das Erste, was mich diverse Kolleginnen und Kollegen fragten. Wobei mein Besuch in der Auster richtig Lust auf ein Wellness Abenteuer samt Sauna-Besuch machte. Kein Problem, ich weiß ja jetzt wie es geht. Ich treffe Gerald im traumhaften Wellness-Bereich in der Auster in Eggenberg (das sogar eine eigene Haltestelle hat).

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Der sympathische Saunameister ist dort seit 2011 tätig und nun Leiter des Auster Wellnessbads. Er muss also wissen, wovon er spricht. Er erklärt mir, dass der Aufguss der Höhepunkt eines Saunaganges ist und diesen beenden soll. Macht man es richtig, kann ein Saunabesuch für körperliche und seelische Entspannung, einen positiven Stimmungswandel, Kreislauftraining, die Stärkung des Immunsystems, für Reinigung und Hautpflege sowie Entschlackung und Entgiftung sorgen. Und dann geht es auch schon los mit den Tipps vom Wellness Profi.

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Was man so braucht:

  • Handtuch oder Frotteetuch / Fächer / Fahne
  • Holzkübel mit Eis bzw. kalten oder heißem Wasser (20 bis 30 Milliliter Wasser pro Kubikmeter Rauminhalt)
  • Aufgusskelle aus Holz
  • Aromen
  • Heißer Ofen mit Saunasteinen

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Gerald empfiehlt folgende Vorgehensweise für den perfekten Saunaaufguss

  1. “Du bist der Kapitän im Sauna-Schiff”: eine Sauna ist zwar ein Ort der Ruhe, aber auch der Kommunikation. Stellt man sich als Aufgießer zur Verfügung, steht man demnach auch im Mittelpunkt des Interesses. Deshalb ist es wichtig, sich seinem „Publikum“ vorzustellen bzw. dieses aufzuklären, was man in den nächsten Minuten vorhat. Sind Sauna-Neulinge dabei, darf man diese durchaus über die Basics bzw. Dos und Don’ts aufklären.
  2. “Hitze ist dein Freund”: Der Ofen und die Steine müssen auf 300 bis 450 Grad erhitzt werden. Nur so wird gewährleistet, dass das aufgegossene Wasser schlagartig verdampft. Zu Beginn wird frische Luft in die Sauna gelassen, wobei die Tür für eine relativ kurze Zeit aufgelassen wird. Man kann die Luft mit dem Handtuch hineinwirbeln. Das sorgt für einen höheren Sauerstoff-Gehalt im Saunaraum, da dieser durch die trockene Luft sauerstoffarm ist, was wiederum eine Belastung für den Körper ist.
  3. “Natürliche Duftstoffe sind die Besten”: Danach den vorab vorbereiteten Wasserkübel in den Saunaraum stellen und Türe schließen. Wer einen Duftstoff zufügen will, hält sich am besten genau an die Dosierungsangaben, sonst könnten die Schleimhäute und Atemwege zu stark gereizt werden. Am besten eignen sich ätherische Öle.
  4. “Lass Sauna-Neulinge nicht oben sitzen”: Für den richtigen Genuss sollte man etwa fünf bis acht Minuten vorschwitzen. Für den Aufguss langsam mit der Aufgusskelle Wasser auf den Saunasteinen verteilen. Dabei gießt man von hinten nach vorne, damit der rasch aufsteigende Wasserdampf nicht die Hand berührt. Gießt man zu schnell, bekommt man heiße Spritzer ab. Das Wasser verdampft sofort zu Wasserdampf und erhöht so kurzfristig die Luftfeuchtigkeit in der sonst trockenen Sauna. Am stärksten sammeln sich die Dämpfe im obersten Drittel der Sauna. Auf der obersten Bank zu sitzen ist also nichts für Warmduscher.
  5. “Bloß nicht übertreiben”: Mit Hilfe des „Wedeltuches“ sorgt man für eine gleichmäßige Verteilung. Es eignen sich einfache Handtücher oder Frotteetücher. Das Tuch an einem Ende greifen und rotieren lassen, um die feuchte Luft zu verwirbeln. Eine Minute Pause machen, dann den Vorgang wiederholen. Aber: Zwei bis drei Aufguss-Durchgänge genügen, Übertreibung schadet eher. Die übliche Aufenthaltsdauer sind 10 bis 15 Minuten.
  6. “Nicht gleich ins kalte Wasser springen lassen”: Nach den Aufgüssen sollte man sein Publikum darauf aufmerksam machen, dass ein circa  zweiminütiges Nachschwitzen für den optimalen Wellness Faktor empfehlenswert ist. Dann geht’s nach draußen, zum Abkühlen: zuerst an der frischen Luft und erst dann ins kalte Wasser oder in den Schnee.

Übrigens: Die Körperoberfläche erhitzt sich bei einem Aufguss um ca. 10°C, die Körperkerntemperatur lediglich bis zu 1°C.

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Die “Wedeltechnik” für’s perfekte Wellness-Erlebnis

Am einfachsten geschieht das Verteilern der Luft durch die Propeller-Technik: Dazu wird ein das Handtuch direkt nach dem Aufguss unter der Saunadecke in eine kreisende Bewegung gebracht. Beim Propeller gilt vor allem Vorsicht den Saunagästen gegenüber. Je kleiner der Raum, desto vorsichtiger soll man “wedeln”.

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Sanfter aber optisch umso spektakulärer ist der sogenannte Saunafächer. Der große Fächer verteilt durch leicht fächelnde Bewegungen den Aufgussdampf in der Kabine. Die Luft wird dabei leicht umgeschichtet.

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Besonders ästhetisch können Kombinationen der Wedeltechniken wirken, wenn diese in einer gewissen Choreografie umgesetzt werden. Die Propellerbewegungen über dem Kopf können zB. auch vor oder rund um den Körper ausgeübt werden. Auch Formen wie Achter oder Kreise in der Bewegung sorgen für eine gute Umschichtung der Luft und liefern auch etwas fürs Auge.
Geralds Choreografie gleicht einem perfekt einstudierten und ästhetischen Tanz. Ich bin beeindruckt.

Do’s und Dont’s für das geschätzte Sauna-Publikum

  • ausreichend Zeit nehmen (mindestens zwei Stunden), gründliche Körperreinigung vor dem Saunagang, ausreichend Hand- und Liegetücher, Bademantel, Badeschuhe,  Saunakilt,…
  • Ruhepausen einhalten, Wechselbad Heiß/Kalt erhöht das Wohlbefinden
  • Nicht hungrig aber auch nicht übersättigt in die Sauna, kein Alkohol, nicht krank sein
  • Durch das Schwitzen werden dem Körper auch Natrium und Kalium entzogen: mineralstoffreiche Getränke gleichen den Elektrolytverlust aus (etwa durch alkoholfreies Bier)

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Wellness: Schwitzen zu Chopin oder AC/DC

Um das Aufgusserlebnis abwechslungsreicher zu gestalten kann man verschiedenste Variationen wählen. Mehr dazu lest ihr im Blog Auster Wellness Duftaufgüsse. Und neben den olfaktorischen (Düfte) und visuellen (Choreografie) Eindrücken, kommt es gut an, wenn man Musik in die Sauna-Kabine einspielt. Gerald greift da gerne zu klassischer Musik, aber auch zu Hard-Rock, wenn das Zielpublikum passt.

Wer das jetzt üben möchte: in der Auster kann man in einer eigenen Sauna auch selbst Hand anlegen. Man muss sich nur trauen, das Ruder bzw. Tuch in die Hand zu nehmen.

Links:

Fotos: Bianca Riedl / Holding Graz

 


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