Kevin Griebaum
 
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Wenn Rapunzel mit der Schöckl Seilbahn fährt

Feine Schneeflocken peitschen auf der anderen Seite der Scheibe vorbei. Eiskalter Wind pfeift durch die kleinen Schlitze der kompakten Kabine. Mein Handy zeigt mir Temperaturen von -4 Grad an. Mein Gefühl würde eher eine Null hinten dran hängen. Doch ich sitze hier wie Rapunzel in einer still stehenden Gondel der Schöckl Seilbahn und warte darauf, geborgen zu werden.

An einem kalten Novembertag sitzt man gerne im Bademantel mit einem guten Pfeiffchen im Herrensessel vor einem prasselnden Kaminfeuer, mit warmen Patschen an den Füßen und vielleicht auch einem guten Gläschen Brandy in der Hand. Ich bin aber nicht Hugh Heffner, ich bin ein Opfer, das gerettet werden muss. Freiwillig, sei an dieser Stelle dazu gesagt. Es handelt sich bei diesem frostigen Szenario nicht um ein tatsächliches technisches Gebrechen, sondern um eine Bergeübung während der Herbstrevision.

Die “Opfer” für diese Übung waren Freiwillige der Feuerwehren der umliegenden Gemeinden wie etwa Kumberg, Eggersdorf oder Rinnegg. Meine Gondel teilte ich mir mit Jakob, Stefan und Oliver, drei nette Jungs aus Albersdorf. Spoiler Alert: Wir wurden gerettet.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass es ein gutes Gefühl ist, dass man sich auch in einer derart unangenehmen Situation auf professionelle Hilfe verlassen kann. Man fühlt sich auch sicher, wenn man weiß, dass solche Ernstfälle regelmäßig unter realen (soll heißen: sauschweren) Bedingungen geübt werden. Danke, Bergrettung!

Bergeübung am Schöckl 2016

Video: Emanuel Droneberger / Holding Graz
Fotos: Kevin Griebaum / Holding Graz

 


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