Dieter Demmelmair
 
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Die „einsamsten“ Papierkörbe in Graz

Da wandert man auf den Reinerkogel in Andritz – und reibt sich die Augen! Denn was tun zwei Männer im Dienstgewand der Stadtraum-MitarbeiterInnen der Holding Graz auf dem schönen Wanderweg? Und warum ziehen sie Plastikmülltonnen den Berg rauf?

Die Rede ist von Johann Pendl und seinem Kollegen Peter Pavlicek. Sie sind für die Stadtreinigung im Bezirk Andritz tätig. Und damit haben sie auch eine Aufgabe, um die sie vielleicht nicht alle anderen StadtreinigungsmitarbeiterInnen beneiden. Sie entleeren nämlich einmal wöchentlich, nur im Winter etwas seltener, die beiden „einsamsten“ Müllbehälter von ganz Graz – die einzigen Körbe, die nicht mit Motorkraft, sondern nur mit der Kraft der Beine zu erreichen sind.

Gut 15 Minuten geht es vom Viktor-Zack-Weg in Andritz steil und vorbei an einem Schild, welches vor der Fuchsräude warnt, und geleitet von Wanderwegmarkierungen hinauf, bevor man das mit Tischen und Bänken ausgestattete Plateau des Reinerkogels erreicht. Pendl und Pavlicek ziehen ihre leeren Plastikkübel hinauf – nicht wissend, was sie oben erwartet. Oder besser gesagt, welche Menge Müll sich in den beiden Metallkübeln befindet. Diesmal war es viel – Dosen, Jausensackerln, sonstiges Papier. Runter sind es dann daher eher die Kübel, die die beiden Männer ziehen, und nicht umgekehrt …

30 Minuten Fußmarsch zum Entleeren ist lange – länger dauert aber die Entleerung der Kübel beim Spielplatz in Kalkleiten. „Da bin ich mit unserem Fahrzeug insgesamt rund 45 Minuten unterwegs – und das dreimal wöchentlich“, so Pendl. Übrigens: Auch am Plabutsch steht ein einsamer Papierkorb – freilich ein „intelligenter“, der via Füllstandsanzeige und WLAN mitteilt, wann er geleert werden will.

 


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