Kevin Griebaum
 
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Happy Bürstday, Grazbürsten!

Von den “Tellerwäschern” zu den Grazbürsten – klingt nach einer steilen Karriere im Kabarett-Business. Tatsächlich hat sich seit der Gründung vor 30 Jahren einiges getan. Wir haben uns mit Franz Gollner, dem “Urvieh der Grazbürsten” und Mitarbeiter bei den Graz Linien, beim Debüt-Auftritt des Jubiläums-Programms zusammen gesetzt und über die eigene Bühne, nachdenklichen Humor und fremde Autoren unterhalten.

“Kinder, wie die Zeit vergeht”, kann man aus der Mimik von Franz Gollner lesen. 30 Jahre ist es her, seit das Kabarett-Ensemble “Grazbürsten” gegründet wurde. Am 29. Jänner fand im Restaurant Schlossberg der Auftakt zum Jubiläumsprogramm (wird derzeit auch auf Plakaten in Bus und Bim beworben) statt. Ein passender Termin, war zu dieser Zeit auch die Jubilarsehrungen unserer KollegInnen der Holding Graz. Vor dem Auftritt ist Gollner noch entspannt, zieht sich mit seiner Theatergruppe aber abseits des Trubels in eine ruhige Ecke des Restaurants zurück.

grazbürsten 3

Wie man aus dem Namen schon entnehmen kann, stehen die Grazbürsten auf Wortspiele. Nicht umsonst heißt das aktuelle Programm “Happy Bürstday”. Freche Sprüche statt flache Abgedroschenheit. Laut Gollner, der sonst bei den Graz Linien im technischen Büro der Straßenbahnwerkstätte werkt, ist es “der nachdenkliche Humor”, den er so an den Grazbürsten schätzt. Aktualität ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium, wie er uns erklärt: “Es hilft nichts, wenn du eine super Nummer einstudierst, aber zwei Wochen nachher erinnert sich keiner mehr daran, weil sich die Leute über etwas vollkommen anderes aufregen und jeder das Kernthema deiner Nummer vergessen hat. Dann bist du fad und von vorgestern.”

Apropos Nummern einstudieren: Woher kommen eigentlich die Texte zu den Stücken?

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“Wir haben das Glück, dass wir viele alte…”, er überlegt kurz, fügt dann hinzu: “… ich glaube, mittlerweile kann man Freunde sagen. Wir haben Glück, dass wir viele alte Freunde haben, die für uns Texte schreiben. Dichter, Schriftsteller, Zeitungsmacher.” Den Überbegriff für die Texte geben die Grazbürsten vor (das Programm davor hieß beispielsweise “Murknall”). Dieser wird dann an die Autoren weiter geschickt und nach einem festgelegten Zeitpunkt kommen meist “so an die 40 bis 50 Texte”, gibt sich Gollner stolz. Er und seine Kollegen sortieren die brauchbaren Texte aus.

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Bei so einem großen Jubiläum fragt man aber natürlich auch: “Wie lange noch?” Gollner lacht, nippt von seinem Kaffee, grinst und sagt: “Wir spielen eigentlich immer von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Zum zehnten Jubiläum haben wir gesagt, wir machen die 20 voll, zum 20. wollten wir den 30er voll machen und jetzt haben wir gesagt”, er setzt kurz ab, “nochmal 30 Jahre.” Im nächsten Moment verabschiedet sich Franz auch schon wieder von uns, die “Pflicht” ruft. Er wird nun mit seinen KollegInnen von den Grazbürsten, seine KollegInnen von den Linien auf das köstlichste unterhalten – wie schon so oft in den Jahren zuvor.

So freuen wir uns auf nochmal 30 Jahre politische Satire mit flotten Wortspielen. Happy Bürstday, Grazbürsten!

Fotos: Kevin Griebaum / Holding Graz

 

 


2 Kommentare

25/03/2014

Zur Klärung der Tatsachen: Die Grazbürsten wurden 1984 als Grazbürsten gegründet.
Die Tellerwäscher existierten ab den 60er Jahren im Keller in der Merangasse und später im Heimatsaal und im Kleinen Minoritensaal.
Die Gründungsmitglieder Gudrun Gröbelbauer, Horst Goldemund, Gerd Linke und Gerhard Wanker waren vor den Grazbürsten allerdings schon Ensemblemitglieder der Tellerwäscher.

Antworten
    16/04/2014

    Hallo Horst,
    danke für die Info.
    Beste Grüße!

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