Karin Hirschmugl
 
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Laub und Ildefonso

Es gibt wohl die einen, die alles liegen lassen und dann die anderen, denen es nicht aufgeräumt genug sein kann. Die Freude über das bunte Herbstlaub ist durchaus geteilt. Also: Was tun?

Die In-Farben dieses Herbsts heißen zum Beispiel Chili Pepper, Peach Pink, Chicory Coffee, Hazel, Orange Tiger, Green Olive oder auch Frost Grey und finden sich nicht nur in der aktuellen Mode, sondern auch in unseren Gärten wieder. Wem dieses Farbspektrum am Boden ein Dorn im Auge ist, muss anpacken. Ganz klar: Alles, was nach Schädling ausschaut, muss endgültig weg. Rostkrankheiten oder auch Mehltau, die sich im Sommer gerne auf Rosen und Apfelbäumen verbreiten, zeigen sich auch im Herbst auf den herabgefallenen Blättern, und dürfen nicht kompostiert werden, weil man den Schädlingen so das Überleben bis ins nächste Jahr sichern würde. Also gehört solches Laub einfach entsorgt, ebenso die Blätter von Ross- und Edelkastanie, die von der Miniermotte befallen sind.

Die restlichen Blätter von gesunden Bäumen und Sträuchern kann man zum Kompostieren gut gebrauchen. Am besten macht man das schichtenweise, sagt Stefan Weber, bei der Holding für die Pflege der Grünraumflächen der Stadt zuständig. Man wechselt am besten Laubschichten mit Häckselgut – am besten vom eigenen Strauch- und Baumschnitt – regelmäßig ab, bis ein großes Ildefonso entstanden ist. Durch das Hackgut wird der Komposthaufen besser belüftet, wenn die Blätter zu dicht liegen, beginnen sie zu faulen, zu schimmeln und letztlich auch zu stinken. Damit wäre der Komposthaufen dann eigentlich wertlos. Wenn hingegen die Blätter gut verrotten können, lässt man den Haufen vorerst eine Zeitlang in Ruhe und setzt ihn im Frühjahr um. Nach einem halben bis zu einem ganzen Jahr hat man dann frischen Kompost, den man gut im eigenen Garten verwenden kann.

Stefan Weber empfiehlt auch, Laub um Sträucher und Bäume zu verteilen: „Aber nicht zu knapp an die Stämme, denn durch die Verrottung entsteht Wärme und die schadet den Pflanzen.“ Durch das Laub wird einerseits das Entstehen von Unkräutern verhindert und es entsteht neue, gute Erde.

Übrigens: Zum Kompostieren können auch die Blätter des Nussbaums verwendet werden, sie sollten nur nicht auf Wiesen und Rasen oder unter anderen Sträuchern und Bäumen liegen bleiben. Der enthaltene Gerbstoff verhindert nämlich jedes andere Wachstum – so wehrt sich der Nussbaum gegen andere Pflanzen und sichert sich selbst den notwendigen Raum.

Auch, wer nicht kompostieren mag, sollte das Laub vom Rasen entfernen. Ansonsten gibt’s nämlich im Frühjahr Flecken, an denen der Rasen abgestorben ist.

Und immer ist es sinnvoll, irgendwo am Grundstücksrand Laub auf einem kleinen Haufen zu sammeln, weil sich dort Igel und Schlangen zum Winterschlaf zurückziehen – deshalb bitte auch die Häufen erst im fortgeschrittenen Frühjahr entfernen!

Mehr als 700 Tonnen Laub werden von den MitarbeiterInnen der Holding Graz jährlich in den Parks, auf Straßen und den öffentlichen Flächen gesammelt.

Wohin mit dem Laub, wenn man es nicht sammeln kann oder will?

Bei der Holding Graz in der Sturzgasse, bei den Bezirksämtern und bei den Servicestellen gibt es Grünschnittsäcke, die sogar mehr Inhalt als eine gewöhnliche Biotonna fassen können. Die Säcke kosten 2,50 Euro und werden einfach bei der Entleerung der Biotonne mitgenommen.

 

 


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