Karin Hirschmugl
 
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Maulwurf: Einer von den Guten

Der braune Rasen gleicht einer Mondlandschaft. Und das von einem Tag auf den anderen. Es wird gegraben, was das Zeug hält – Maulwurf Grabowski ist unterwegs. Aber nur Unwissende fühlen sich durch den Maulwurf gestört.

„Heuer ist ein extremes Baujahr“, bestätigt der Naturschutzbeauftragte der Stadt Graz, Wolfgang Windisch. Viel öfter als in den Vorjahren wird angefragt, was man denn gegen die Buddler im Garten tun könne. „Am besten nichts“, ist immer wieder die Antwort.

Das Argument, dass der Maulwurf nach dem Naturschutzgesetz zu den geschützten Tierarten zählt, verhallt leider bei vielen GartenbesitzerInnen ungehört. Viel hellhöriger werden sie allerdings, wenn sie erfahren, dass der Maulwurf ein Schädlingsbekämpfer erster Klasse ist. Maulwurfsgrillen, die auch zu den Gartenverwüstern gehören, stehen genauso auf seinem Speiseplan wie Drahtwürmer, die als Schnellkäfer in Gemüsegärten große Schäden anrichten.

Wer jetzt langsam seine Gartenkosmetik startet, Sträucher, Bäume und Hecken schneidet und sich auf das Sprießen von Tulpen und Narzissen freut, braucht den Maulwurf schon gar nicht zu fürchten.

„Der Maulwurf ist im Unterschied zur Wühlmaus kein Pflanzenfresser, Blumenknollen und Wurzeln interessieren ihn überhaupt nicht“, beruhigt Wolfgang Windisch. Vielmehr hält er sich dort auf, wo er gute Nahrung findet – Schädlinge eben, aber auch Schnecken und Regenwürmer. Dort lässt er sich dann nieder und vermehrt sich auch. Dass er heuer so präsent ist, könnte am milden Herbst liegen, vermutet Windisch.

Denn der Maulwurf fühlt sich bei Temperaturen um 10 Grad am wohlsten, im Winter gräbt er seine Gänge bis zu einem Meter tief in die Erde und je wärmer es wird, umso näher kommt er an die Oberfläche.

Weil er pro Tag so viel Nahrung braucht, wie er selbst wiegt (bis 98 Gramm), muss er natürlich viel buddeln – bis zu 20 Meter täglich.

Die Erde, die er auswirft, ist übrigens gut zu verwenden: sie ist feinkrümelig und hoch mit Nährstoffen angereichert. Wenn man diese lehmhältige Erde mit Blumenerde vermischt, erhält man ein dauerhafteres Substrat als mit reiner Kunsterde.

Wie den Igel sollte man den Maulwurf eher im Garten erhalten als ihn vertreiben, empfiehlt der Naturschutzbeauftragte. Und wem er wirklich lästig ist, der solle die Hügel einebnen. Wenn es dem Maulwurf zu unruhig wird und die Wiese wieder benützt wird, zieht sich das Tier mit dem gutem Gehör- und Geruchsinn und dem hervorragenden Tastsinn meistens zurück und baut seine Gänge anderswo – meistens im Nachbargarten…

Fotos: Fischer/Stadt Graz, Pixabay, Karin Hirschmugl/Holding Graz

 


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